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Wohnen im Armee-Quartier

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Mehr als 300 Hektar Militärfläche hat die US-Armee vor zwei Jahren in Darmstadt geräumt. 64 Hektar davon sollen in den nächsten Jahren Wohngebiet werden.

Mehr als 300 Hektar Militärfläche hat die US-Armee vor zwei Jahren in Darmstadt geräumt. 64 Hektar davon sollen in den nächsten Jahren Wohngebiet werden. Als "wichtige Zukunftsaufgabe der Stadtentwicklung" bezeichnen Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Baudezernent Dieter Wenzel (beide SPD) die Umwandlung der Militärflächen. Eine Rahmenvereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienfragen (Bima) soll der Stadt Einfluss sichern. Stimmen die Stadtverordneten der Vereinbarung zu, wird die Erklärung im März unterzeichnet. Grobe Vorstellungen über die Nutzung gibt es bereits. Sie basieren auf einem Gutachten des Instituts für Wohnen und Umwelt. Demnach soll das "gesamte Spektrum des lokalen Wohnraumbedarfs berücksichtigt" werden und nicht nur hochpreisige Wohnfläche entstehen. Hierfür wären vor allem Cambrai-Fritsch-Kaserne und Jefferson-Siedlung geeignet.

Investoren für Infrastruktur

Die Lincoln-Siedlung an der Heidelberger Landstraße wäre laut Gutachten für Reihenhäuser und Sozialwohnungen geeignet. Auch Mehrgenerationenhäuser gehören nach den zuletzt geführten Diskussionen zum von der Stadt gewünschten Wohnungsmix. In den Kelley-Baracks und dem Nathan-Hale-Depot an der Eschollbrücker Straße soll sich Gewerbe ansiedeln.

Die Stadt hat zwar ein Vorkaufsrecht auf die Flächen, angesichts der klammen Haushaltslage ist aber unklar, ob sie sie erwerben wird. Deshalb sichern zunächst Bebauungspläne den Einfluss auf die Entwicklung. "Die Planungshoheit liegt bei der Stadt", erklärt Wenzel. So muss die Bima laut Rahmenvereinbarung die Stadt informieren, bevor sie Areale zum Verkauf ausschreibt oder verkauft. Zunächst soll jedoch ein Gesamtkonzept entstehen. Hierzu braucht es Verkehrsgutachten und eine Untersuchung auf Altlasten, möglicherweise sind auch Sanierungen nötig. Einen Teil der Kosten übernimmt die Bima, Wenzel hofft zudem auf Zuschüsse vom Land.

Die Vereinbarung regelt auch, wer zusätzliche Infrastruktur bereitstellt. Die Wohngebiete brauchen Straßen, Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, Grünanlagen und Kindergärten. "Das kann die Stadt nicht übernehmen", stellt Wenzel klar. Deshalb sollen Investoren oder Projektentwickler an den Investitionen beteiligt werden. (rf)

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