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Von Wirten und Landwirten Arheilgens

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Der Arheilger Geschichtsverein veröffentlicht ein Buch über den Stadtteil, der seit 75 Jahren zu Darmstadt gehört. Der Band bringt Historisches und die Gegenwart gekonnt zusammen und würzt die Erzählungen mit reichlich Spitznamen.

Der Arheilger Geschichtsverein hat ein neues Büchlein herausgegeben, das von der Nachkriegsgeschichte des Stadtteils, von jüdischen Bürgern, Gaststätten und Landwirten berichtet. 75 Jahre gehört Arheilgen nun schon zu Darmstadt. Höchste Zeit also, dass die Darmstädter sich bewusst machen, welche Perle sie da im rauen Norden ihres Gemeinwesens besitzen.

Denn nur ein Dorf ist Arheilgen schon lange nicht mehr. Der Wandel, der das Genügsam-Bäuerische mit den eigenen, mehr selbstbewussten Traditionen einer wachsenden Arbeiterschaft durchsetzte, hatte ja schon zur Kaiserzeit eingesetzt.

Umso verdienstvoller ist es, dass der neue Band „Streiflichter auf die Geschichte und Gegenwart Arheilgens“ beides zusammenführt. Da werden sie aufgeführt, die Arheilger Landwirte, mit Name und Adresse – und mit Spitznamen, von den „Närrisch-Gärtnern“ über den „Hugge-Ernst“, den „Spatzert“ bis zum „Appels-Dick“.

Die Vorstadt, zu der Arheilgen mit heute 17.093 Einwohnern wuchs, lässt sich am geselligen Leben ablesen, an der Entstehung von Vereinen, der Vielzahl ihrer Feste und der Orte, wo sich Mitglieder und Stammtische trafen.

Mehr als 50 Wirtschaften hatte Arheilgen mal. Da ist zum Beispiel die Darmstädter Straße 16, wo der „Gloatsche“ (Georg Erzgräber II.) sein Gasthaus führte. Obwohl sein Lokal eher von bescheidenem Ambiente gewesen sein dürfte, warb er mit „Garten, Kegelbahn und Radfahrer-Pumpstation“.

Ludwig Wolf, der mit Helmut Castritius dieses Kapitel beisteuert, hat in den vergangenen Jahren eine Gesamtgeschichte der Arheilger Gastronomie seit 1593 verfasst. Dass die Zeit weitergegangen ist, schildert Peter Benz in einem umfassenden Aufsatz über die Nachkriegsjahre – von 1945 bis heute. Die berührendste Geschichte steuert Gisela Steitz bei – Skizzen zur Biografie des jüdischen Arztes Arthur Goge und seiner Familie, die 1939 nach Amerika auswanderte. (ers.)

Das Buch ist im Buchhandel und beim Arheilger Geschichtsverein, Rathausstraße 3, erhältlich. Der Verein präsentiert seine Arbeit am 10. November ab 15.30 Uhr bei einem Tag der offenen Tür.

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