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HSE wird regionaler

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Strommasten im Sonnenuntergang.
Strommasten im Sonnenuntergang. © dapd

Die Heag Südhessische Energie AG hat sich im Lauf der Jahre von einem Stadtwerk zu einer national agierenden Gesellschaft gemausert. Nun will der Versorger wieder regionaler werden - und startet eine neue Initiative als Dienstleister für Kommunen, Handwerk und Industrie.

Windkraftanlagen in der Nordsee, Solarparks in Thüringen – die Heag Südhessische Energie?AG (HSE) hat sich im Lauf der Jahre von einem Stadtwerk zu einer national agierenden Aktiengesellschaft entwickelt. Unter dem neuen Vorstand rückt jetzt auch wieder die Region in den Fokus. Wohl nicht nur, weil die Stadt als Hauptaktionär dies fordert, sondern auch, weil das Unternehmen darin dringend benötigtes wirtschaftliches Potenzial sieht. Vor allem, wenn es um Energieeffizienz geht.

Sie ist Kern der neuen Initiative Green Region von der HSE und ihrer Vertriebstochter Entega, die HSE-Vorstand Michael Böddecker gestern vorgestellt hat. Das Unternehmen will dabei neben Erzeugung regenerativer Energie und deren Vertrieb ein weiteres Standbein stärken und sich als Energiedienstleister anbieten. Für Böddecker ist es eine Weiterentwicklung des Konzerns, der seit Jahren auf regenerative Energien setzt. Denn mit der Energiewende ist die Frage nach dem effizienten Umgang mit Energie in den Vordergrund gerückt.

Energieeffizienz im Fokus

Als Beispiel nannte Böddecker die Energieversorgung eines Stadtquartiers. Mit dem Bauverein könnte über die Sanierung von Straßenzügen und deren Versorgung mit Fernwärme kooperiert werden. Man könne auch Kommunen unterstützen, ihre Klimaziele zu erreichen. Auch will die HSE mit Energiegenossenschaften in der Region zusammenarbeiten. Ein regelrechtes Netzwerk ist geplant.

Dabei soll es nicht bei der von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) vorgegebenen Beratung bleiben. Die Tochter Entega-Energieeffizienz soll Beratung und bauliche Umsetzung als Gesamtpaket anbieten. Das kann die Komplettsanierung eines Gebäudes oder auch die Steuerung des Energieverbrauchs via Computer sein. Auch Abwasser- und Telekommunikationstechnik können in die Konzepte eingearbeitet werden.

Von diesem Dienstleistungsangebot verspricht sich die HSE-Führung „gewaltige Wertschöpfungspotenziale“. Das Institut für Energie- und Umweltforschung geht davon aus, dass bis 2030 deutschlandweit nicht nur 130?000 Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch bis zu 300 Milliarden Euro in Maßnahmen für die Energieeffizienz investiert werden. Davon will die HSE profitieren.

Das ist nach Angaben von Vorstand Böddecker auch notwendig. Denn auf anderen Feldern ist das Geschäft mit der Energie schwieriger geworden. Ein Ergebnis der Liberalisierung. Durch Regulierungsanforderungen seien Mehrkosten entstanden, nannte das Vorstandsmitglied als Beispiel. Hinzu kommt der Wettbewerb beim Energieverkauf. Hinzu kommen demografischer Wandel und Klimaschutzanforderungen. Die Folge ist ein Absatzrückgang.

Die Initiative Green Region soll helfen, dadurch entstehende Umsatzeinbußen auszugleichen. Es ist aber auch ein Modell. Sollte das Konzept in der Region Erfolg haben, will Böddecker diese Erfahrungen auch überregional vermarkten. Doch bleibt Green Region zunächst südhessisch. Am 19. Dezember will die HSE mit dem Kongress „Eine Initiative für ein regionales, ökologisches und partnerschaftliches Wachstumsmodell“ Netzwerk und Akteure vorstellen. (rf.)

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