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„Wir werden neue Plätze schaffen“

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Bürgermeister Wolfgang Glenz
Bürgermeister Wolfgang Glenz © SPD

Darmstadts Bürgermeister Wolfgang Glenz will für Krippen, Kitas und Horte zusätzlich acht bis zehn Millionen Euro ausgeben.

Herr Glenz, was will die Stadt gegen den Mangel an Krippenplätzen tun?

Wir werden in den nächsten Jahren neue Plätze schaffen, konkret sind etwa 200 Plätze für 2011 in Planung. Und wir haben im Moment 30 zusätzliche Tagespflegepersonen in Ausbildung, durch die man 90 bis 100 neue Plätze decken kann.

Eine wichtige Rolle spielen hier Elterninitiativen, die aber immer wieder beklagen, dass die von der Stadt zugesagte Planungssicherheit ausbleibt.

Elterninitiativen sind ein ganz wichtiger Pfeiler in der U-3-Betreuung. Aber es ist so, dass ein Genehmigungsverfahren Zeit in Anspruch nimmt und die dafür im Haushalt stehenden Mittel freigegeben werden müssen.

Da schließt sich die Frage an: Die Stadtkirchengemeinde muss ihre Kita 2012 wegen Baufälligkeit schließen und hatte Sie deshalb vergeblich um Hilfe gebeten. Wo sollen die Kinder, die hier betreut werden, unterkommen?

Der Finanzbedarf für den Gebäudekomplex war uns zu groß. Aber wir haben dort einen hohen Bedarf an Kitaplätzen, weil nur eine Deckung von 90 Prozent herrscht. Wir müssen parallel versuchen, den Bedarf anderweitig zu decken.

Liegt die Versorgung denn sonst bei 100 Prozent?

Wir haben eine Versorgungsquote von 95 Prozent, das reicht in der Regel aus. Im Moment haben wir die Situation, dass wir zum ersten Mal mehr Dreijährige haben als vor drei Jahren geboren wurden. Da haben wir eine Unterdeckung von zirka 50 Plätzen. Und die Prognosen gehen dahin, dass sich dieser Trend fortsetzt. Wir müssen bis zum Jahr 2015 400 bis 450 zusätzliche Plätze schaffen.

Wobei die Kinder da nur bis 12 Uhr oder 12.30 Uhr pflichtbetreut sind und immer mehr Eltern auch nachmittags Bedarf sehen.

Das ist bei den Hortplätzen genauso. Da haben wir das in den letzten Jahren eher defensiv gefahren, weil wir hofften, dass irgendwann die Ganztagsschule stärker greift.

Wird die Stadt die Hortbetreuung zugunsten des U-3-Ausbaus zurückfahren?

Nein, wir werden auch die Hortplätze ausbauen.

Was werden die zusätzlichen Plätze die Stadt insgesamt kosten?

Wir werden sicher mindestens noch acht bis zehn Millionen Euro in die Hand nehmen müssen.

Ist das realistisch vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage?

Ja, der Ausbau der Kinderbetreuung ist politisch priorisiert, und das muss sich auch in Beschlüssen zeigen. ( aw/an)

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