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Ausgleichsfläche für Kiesabbau am Langener Waldsee bei Florstadt in der Wetterau.

Langen

Wiesen in der Wetterau als Bannwald-Ersatz

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Die sofortige Rodung der ersten Hektar Bannwald für den Kiesabbau am Langener Waldsee ist noch nicht genehmigt, aber die Entscheidung dürfte bald fallen. Die Grünen haben sich derweil die Ausgleichsflächen in der Wetterau angesehen - und sind empört.

Noch hat die siebte Kammer des Verwaltungsgerichts Darmstadt nicht über die Klage des Kieswerks Sehring entschieden, am Langener Waldsee sofort mit der Rodung der ersten 7,5 von insgesamt 64 Hektar Bannwald beginnen zu dürfen. Doch das Gericht sei bemüht, diese Entscheidung spätestens Mitte Februar zu treffen, sagte Richter Jürgen Gasper, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts gestern auf Anfrage.

Verzögere sich die Entscheidung bis zum 1. März, dürften wegen der Brut- und Setzzeit keine Bäume mehr gefällt werden, sagte Thomas Norgall, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Bunds für Umwelt und Naturschutz. Die Langener Grünen haben unterdessen einen Ausflug gemacht, nach Florstadt in der Wetterau. Dort befinden sich einige der im Zuge des Waldsee-Ausbaus angelegte „vorlaufenden Ersatzaufforstungen“, die Sehring nach Grünen-Angaben als Ausgleich für den Waldverlust des ersten Rodungsabschnitts vorgesehen hat.

„Eine dieser als Florstadt 1 bezeichneten Fläche ist Luftlinie gut 43 Kilometer von der Langener Kiesgrube entfernt“, sagt Grünen-Vorstandsmitglied Klaus Göbel. Dabei müsste das Gebiet laut Planfeststellungsverfahren in einem „naturräumlichen Zusammenhang“ mit dem Eingriff stehen.

Die weite Entfernung war für Göbel keine Überraschung mehr, doch der Zustand der dort angelegten Ausgleichsfläche hat die Exkursionsteilnehmer empört: „Wir haben zumindest erwartet, dass auf diesen planfestgestellten, bereits aufgeforsteten Flächen auch irgendwie Wald vorhanden sein würde“, sagt Göbel. „Auf dem betreffenden Wiesen- und Ackergrundstück, teilweise sogar mit altem Obstbaumbestand, muss man schon äußerst genau hinschauen, um einen Baumsetzling erkennen zu können. Da ist nicht einmal ansatzweise irgendetwas von Wald zu erkennen.“

Das sei „naturschutzrechtliche Bilanzkosmetik“, bei der jahrhundertealte landwirtschaftliche Kulturlandschaften noch im weiteren Umkreis des Tagebaus nachhaltig zerstört würden.

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