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Wieder getrennte Wege

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Die Macher der neuen Schullandkarte sind mit ihrem Latein am Ende.
Die Macher der neuen Schullandkarte sind mit ihrem Latein am Ende. © Günther Jockel

Die Neuordnung der Schullandschaft für Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg ist gescheitert. Die Schuldezernenten Christel Fleischmann (Grüne) und Dierk Molter (FDP) lassen den gemeinsamen Schulentwicklungsplan platzen.

Die Neuordnung der Schullandschaft für Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg ist gescheitert. Nach mehreren Krisentreffen und Telefonaten, die sich vom vergangenen Freitag bis gestern Vormittag hinzogen, ließen die Schuldezernenten Christel Fleischmann (Grüne) für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und Dierk Molter (FDP) für die Stadt am Dienstagnachmittag den ersten gemeinsamen Schulentwicklungsplan spektakulär platzen. Der Bruch der bildungspolitischen Allianz geht auf die Stadt Darmstadt zurück. Der Kreis betont dagegen, "dass wir jederzeit bereit sind, die zugeschlagene Tür wieder zu öffnen."

Bei einer eilig einberufenen und mit Vorwürfen gespickten Pressekonferenz im Landratsamt in Kranichstein gestand Molter ein, ihm sei es nicht gelungen, auf politischer Ebene Überzeugungsarbeit zu leisten. "So ist das in Darmstadt nicht rüberzubekommen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht", bedauerte der angeschlagen wirkende Liberale und verwies dabei auch auf die unklaren Mehrheitsverhältnisse in der Stadt. "Vielleicht geht es ja nach der Kommunalwahl 2001, wenn sachliche und fachliche Argumente die Überhand bekommen."

Der Darmstadt-Dieburger Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) sagte: "Wenn ich auf eine Bergtour gehe, dann weiß ich doch, dass das steinig sein kann und dass mir der Wind um die Ohren pfeift." Molter aber habe sich von der Kritik in Darmstadt umwerfen lassen. "So ist eine große Chance vertan", sagte Schellhaas.

Molter und Fleischmann hatten sich vor etwa einem Jahr auf den Weg gemacht, eine "Bildungsregion ohne Grenzen" aufzubauen. Eine eigens eingeschaltete Vermittlungsagentur aus Frankfurt begleitete den Prozess. Im Februar tagte ein Bildungsgipfel mit 300 Experten in Kranichstein. Nachdem die Dezernenten dann jedoch im Frühjahr bei einer gemeinsamen Sitzung der parlamentarischen Schulausschüsse eine Bildungslandkarte mit sechs unterschiedlich eingefärbten Entwicklungsregionen präsentierten, kam Unruhe bei vielen Eltern auf.

"Die Menschen haben die Landkarte missverstanden, sie haben durch eine Fehlinterpretation Schulbezirke und Grenzen gesehen", bedauert Fleischmann.

Dass auf Wunsch von Molter die Gemeinde Mühltal optisch von Darmstadt abgetrennt worden sei, habe dann vollends zur Irritation geführt. Fleischmann reklamiert freilich für sich, dass er bei einer anschließenden Rundreise viele Missverständnisse ausgeräumt und die Wende zum Positiven erreicht habe. "Die Mühltaler haben längst verstanden. Wir waren schon auf gutem Weg."

Aus für Schulentwicklungsplan

Molter hatte vor zwei Wochen für einen ersten Eklat gesorgt: Nachdem die CDU in Eberstadt auf Plakaten die "Freie Schulwahl" gefordert hatte, definierte der Schuldezernent die Landkarte neu. Er ordnete die Darmstädter Stadteile Eberstadt, Arheilgen und Wixhausen wieder der Stadtmitte zu. Fleischmann ärgerte sich "maßlos".

Während in einer Pressemitteilung von Stadt und Kreis nur davon die Rede ist, die Arbeiten "vorerst auszusetzen", wird Fleischmann deutlicher: "Das Gemeinsame gibt es nicht mehr." (sami)

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