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Widerstand gegen Neubau-Projekt

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Die Wilhelminenpassage wird derzeit saniert und soll bald Wilhelminenquartier heißen.
Die Wilhelminenpassage wird derzeit saniert und soll bald Wilhelminenquartier heißen. © André Hirtz

Mit einem Bauvorhaben nahe dem Ostbahnhof hat sich der Darmstädter Gestaltungsbeirat befasst. Kritik kommt von einer Bürgerinitiative, die sich im Edelsteinviertel formiert hat und nach eigenen Angaben für ihre Forderung nach „Mehr Luft und Grün – weniger Nachverdichtung“ in der Nachbarschaft bereits 80 Unterschriften gesammelt hat.

Bauherrin für einen Komplex von vier Gebäuden entlang den Bahngleisen zwischen Erbacher Straße und B 26 ist die Wohnungsbaugenossenschaft Agora. Sie besteht aus 67 Erwachsenen mit elf Kindern, die dort nach jahrelanger Vorbereitung ein generationenübergreifendes, soziales und ökologisches Wohnprojekt verwirklichen wollen. „Herzstück“ ist laut Kirsten Mensch vom Agora-Vorstand ein Gebäude mit Café/Restaurant sowie Veranstaltungs- und Seminarräumen, die auch vermietet werden könnten.

Das vierstöckige Gebäude im Norden des Areals schließe das Baugebiet Edelsteinviertel räumlich ab, sei Teil des Stadteingangs und daher eine Herausforderung, erklärte der beauftragte Architekt Erhard Botta. Speziell an diesem Bauwerk nimmt eine Bürgerinitiative Anstoß, die sich im Edelsteinviertel formiert hat und nach eigenen Angaben für ihre Forderung nach „Mehr Luft und Grün – weniger Nachverdichtung“ in der Nachbarschaft bereits 80 Unterschriften gesammelt hat.

Sorge um Grünflächen

Grundsätzlich begrüße man die Bebauung des Areals und habe auch nichts gegen das Agora-Projekt, erklärte Marianne Dehlinger von der Initiative. Das Gebäude im Norden sei aber ein „überdimensionierter Klotz“. Er werde sowohl die bestehende Nachbarbebauung als auch den historischen Eingangsbereich des Parks Rosenhöhe „erdrücken“.

Weiterhin gehe die Bebauung „massiv zulasten der Grünflächen und der Spielmöglichkeiten für Kinder“. Die Zufahrt zur Tiefgarage der Genossenschaftsbauten erfolge über die Straße Am Busenberg und sorge für mehr Verkehr.

Architekt Botta suchte die Kritik zu entkräften. Das nördliche Gebäude stehe abgesetzt von der übrigen Bebauung, störe daher nicht und stehe auch nicht in Konkurrenz zu historischen Bauten der Rosenhöhe, die zu weit entfernt seien. Man möge zudem bedenken, dass die öffentlichen Räume doch ein Angebot für das gesamte Quartier seien. Spielplätze würden noch angelegt. Und: Viel Verkehr Am Busenberg sei nicht zu erwarten, da die Genossenschaftsmitglieder Carsharing bevorzugten.

Der Gestaltungsbeirat gab zunächst keine Stellungnahme ab. Seine Vorsitzende Christa Reicher hatte über das große Interesse gestaunt: Fast 100 Zuhörer drängten sich im Darmstadtium. (bad)

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