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Wickeltisch statt Aktenschrank

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Einrichtungsleiter Hauke Maecker-Urdze (Mitte) bei der Eröffnung der Kita "Tohuwabohu".
Einrichtungsleiter Hauke Maecker-Urdze (Mitte) bei der Eröffnung der Kita "Tohuwabohu". © Claus Völker

In einem ehemaligen Steuerbüro im Darmstädter Martinsviertel ist die neue Kita „Tohuwabohu“ eingezogen.

Mit Blick auf den Linoleumboden oder die bunten Bilder an den Wänden sieht die neue Kindertagesstätte „Tohuwabohu“ im Darmstädter Martinsviertel aus wie viele Einrichtungen dieser Art. Doch einiges ist besonders. Und das liegt nicht allein an den Räumen im Erdgeschoss eines Wohnhauses gegenüber dem Penny-Markt in der Heinheimer Straße, die zuvor ein Steuerbüro beherbergten und nun zehn Krippen- und 20 Kindergartenplätze bietet.

Ein Großteil der Möbel, zum Beispiel, ist extra von einer Schreinerei angefertigt worden. Aber nicht, weil hier viel Wert auf Exklusivität gelegt würde. Nein, es ging nicht anders: Wegen des enormen bundesweiten Bedarfs an Kita-Möbeln im Zuge des gesetzlich forcierten Krippenausbaus haben die Hersteller nicht liefern können. Also mussten Kinderstühle oder Wickelkommoden handgefertigt und Spenden an Land gezogen werden, um diesen Mehraufwand zu stemmen.

Schreinerei liefert die Möbel

Auch deswegen spricht Kita-Leiter Hauke Maecker-Urdze bei der Einweihung vor einigen Tagen von einem „großen Kraftakt“. Zwischen dem Magistratsbeschluss Mitte Juli und dem Anlaufen des Betriebs im September hätten gerade mal acht Wochen gelegen. „Wir haben mit einer halben Kita angefangen, da war richtig Tohuwabohu“, berichtet der 44-Jährige, der parallel noch seine Erzieher-Prüfung ablegte.

Geholfen hat ihm, dass er auf einige Erfahrung zurückgreifen konnte. Denn als Teil der Eltern-Initiative „1 Kind 1 Platz“ war er gemeinsam mit seiner Frau Sigita bereits an der Gründung von sechs Kitas beteiligt. Bauen konnte er dabei aber auch auf die fachliche Hilfe und Erfahrung von „Orte für Kinder“, die gemeinsam mit dem Hausfrauenbund als Träger fungieren. „Wir haben uns hier ein zweites Standbein geschaffen“, sagt „Orte für Kinder“-Leiterin Uschi Plötz. Und „Tohuwabohu“ gewinnt durch die Kooperation durch einen bestehenden Personalpool.

Inhaltlich ist man laut Maecker-Urdze nun mit der detaillierten Entwicklung des Konzepts beschäftigt. „Was mir wichtig ist, sind die Aspekte Bewegung, Gesundheit und Ernährung.“ Zur Kita gehört schon jetzt ein großes Außengelände, das künftig noch einen direkten Zugang zum benachbarten Innenblock mit Spiel- und Bolzplatz erhalten soll.

Die Stadt hat den Aufbau mit Investitionszuschüssen von insgesamt 97 500 Euro unterstützt und zahlt für den Betrieb jährlich 177 000 Euro. Bund und Land steuerten einmalig 45 000 Euro für die Einrichtung bei. (aw)

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