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Westtangente für Eschollbrücken

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Stadtverordnete stimmen der Umgehungsstraße zu. Die Entlastung vom Lärm war das Hauptargument der Befürworter. Bis zu 8000 Autos fahren täglich über die Darmstädter Straße und die Crumstädter Straße.

Die Umgehungsstraße für die Pfungstädter Stadtteile Eschollbrücken und Eich soll gebaut werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat dem Projekt mit breiter Mehrheit zugestimmt.

So hat sich der Bürgerwille durchgesetzt. Vor fast zwei Wochen sprachen sich Eschollbrücker und Eicher bei einer Bürgerbefragung für den Bau einer Umgehungsstraße um die beiden Pfungstädter Stadtteile aus. 54,53 Prozent befürworteten das Projekt, von dem sich vor allem die Einwohner des Eschollbrücker Ortskerns eine deutliche Reduzierung des Verkehrslärms versprechen. Am Montagabend folgte die Stadtverordnetenversammlung mit einer Zweidrittel-Mehrheit diesem Votum.

Bindend war das Ergebnis der Bürgerbefragung für die Fraktionen nicht. „Wir werden dem Willen der Einwohner folgen“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Janß. Die Sozialdemokraten hatten sich stets für die Tangente ausgesprochen. Nur ein SPD-Stadtverordneter war dagegen. Offen erschien, wie sich die CDU verhalten werde, obwohl sie die Befragung beantragt hatte. Die Fraktion akzeptierte geschlossen. Zudem stimmten ein Abgeordneter von Freien Wählern und UBP dafür.

Schutzgut Mensch

„Das Schutzgut Mensch muss vor Lärm in Schutz genommen werden“, begründete Fraktionschef Jochen Kockegei das einhellige Ja der CDU. Die Entlastung vom Lärm war das Hauptargument der Befürworter. Bis zu 8000 Autos fahren täglich über die Darmstädter Straße und die Crumstädter Straße. Seit Jahren setzten sich deshalb Anwohner für eine Umgehung ein.

Jetzt bot sich die Chance, die Pläne zu realisieren. Denn das Land ist bereit, das auf neun Millionen Euro geschätzte Vorhaben zu bezahlen. Doch muss die Stadt für zehn Jahre die Baukosten für das Land über einen Kredit vorfinanzieren und für die Zinsen aufkommen. Mit rund einer Million Euro innerhalb von zehn Jahren rechnet die Verwaltung – abhängig von dem Zinssatz, der gilt, wenn die Straße gebaut wird.

Diese Kosten, aber auch der Eingriff in die Natur waren für die Grünen Gründe, den Bau der Umgehungsstraße abzulehnen. „Man muss auch die ökologischen Konsequenzen betrachten“, erklärte Wolf Edelmann. Es habe durchaus Alternativen gegeben. Die hatte die Bürgerinitiative der Trassengegner vorgestellt. Sie hatten eine Straßenführung für die An- und Abfahrt zum Kieswerk bei Riedstadt vorgeschlagen. Dadurch wäre aber nur der Schwerverkehr aus dem Eschollbrücker Ortskern rausgehalten worden. Aus dem Grund hätte sich das Land nicht an den Kosten beteiligt.

Der Baubeginn ist noch nicht in Sicht. Nicht vor 2020, hieß es von Hessen-Mobil. (rf)

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