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52 Schauspieler und Akteurinnen haben mit der Aktion #allesdichtmachen für Aufregung gesorgt.
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52 Schauspieler und Akteurinnen haben mit der Aktion #allesdichtmachen für Aufregung gesorgt.

West Side Theatre Darmstadt: „Das erstickt jede Kritik“

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Viel Kritik gab es für die umstrittene Videoaktion #allesdichtmachen. Das West Side Theatre in Darmstadt zeigt sich mit einem offenen Brief solidarisch.

Der Darmstädter Verein „Forum für dramatische Künste“ und das „West Side Theatre“ haben sich in einem offenen Brief mit den Schauspielerinnen und Schauspielern der umstrittenen Videoaktion #allesdichtmachen solidarisiert. Sie seien „bestürzt über das Verständnis von Kunst und künstlerischem Sein, das sich in einigen Reaktionen auf diese Videoaktion zeigt“, heißt es in dem von Marijke und Peter H. Jährling unterzeichneten Brief, der der FR gesendet wurde und auch auf der Homepage des Theaters eingestellt ist.

Mehr als 50 deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Wotan Wilke Möhring oder Nadja Uhl hatten Ende voriger Woche unter dem Hashtag „allesdichtmachen“ Videos auf Youtube und Instagram gepostet, in denen sie die Corona-Politik sowie die mediale Berichterstattung über die Pandemie kommentierten – und in ihren satirisch gemeinten Beiträgen mitunter ziemlich danebengriffen. Nach heftiger Kritik haben viele der Film- und Fernsehstars, darunter Meret Becker, Ulrike Folkerts, Richy Müller, Markus Gläser oder Heike Makatsch, ihre Videos inzwischen zurückgezogen, die ganze Gruppe hat sich zudem von „Querdenkenden“ und rechten Positionen distanziert.

„Wir sind stolz auf Autoren wie Heine, Ossietzky, Tucholsky, die dem Staat und dem Deutsch-Sein ein ums andere Mal den Spiegel vorhielten“, schreiben Marijke und Peter H. Jährling von der Leitung des West Side Theatres. Künstlerinnen und Künstler seien „keine Zootiere, die wir allabendlich auf der Mattscheibe bestaunen und die uns irgendwie allen gehören, unsere Lieblingskommissare, die wir mit unseren Gebühren füttern“. Es sei „auch nicht die Aufgabe der Kunst, politische oder gesellschaftliche Lösungen zu präsentieren, wie es nun aus einiger Kritik erklingt“. Es sei vielmehr ihre Aufgabe, „Ambivalenzen auszuloten“, auch mittels Satire. „Das muss man aushalten“, meinen die Darmstädter Theaterschaffenden. Den an der Aktion beteiligten Schauspieler:innen mangelnden Respekt vor den an Corona gestorbenen Menschen vorzuwerfen, sei „grotesk“ und stelle selbst eine Instrumentalisierung dar, die nur eines im Sinn habe: „Sie erstickt jede Kritik.“ Wer Künstler:innen wolle, „die staatliches Handeln unwidersprochen lassen, verwechselt Kunst mit Propaganda“. myk

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