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Betreuerin berichtet von der Situation der Flüchtlinge in der Stadt

Auf Einladung der Erwachsenenbildung der Pfarrei Christkönig Walldorf hat die Diakonie-Mitarbeiterin Melanie Vogel am Montag über die Situation der Flüchtlinge in Mörfelden-Walldorf berichtet. Im Gemeindezentrum erzählte die Sozialpädagogin aus ihrer Arbeit im ehemaligen Hotel „Albatros“, in dem derzeit 100 Flüchtlinge untergebracht sind. Vogel kümmert sich seit diesem Jahr um die Betreuung der Menschen im „Albatros“.

„Das Zusammenleben funktioniert gut“, erzählte Vogel. Während in anderen Einrichtungen die Stimmung mitunter gedrückt sei, herrsche im „Albatros“ eine relativ entspannte Atmosphäre. Dank der Doppelzimmer mit eigenen kleinen Bädern gebe es weniger Konfliktpotenzial unter den Bewohnern. Außerdem mache sich die Arbeit des Netzwerks „Asyl“ bemerkbar. Nachdem im Dezember die ersten Flüchtlinge angekommen waren, organisierten Ehrenamtliche unter Federführung der Stadt Sprachkurse und weitere Angebote.

Jeden Mittwoch wird etwa zum Begegnungscafé eingeladen, bei dem sich Asylbewerber und Einheimische kennenlernen können. Mittlerweile sind auch die ersten Flüchtlinge in den Sportvereinen angekommen. Die Mitgliedsbeiträge würden teils über Spenden von Unternehmen bezahlt, erklärte Vogel.

Café für Begegnungen

Es sei wichtig, den Flüchtlingen zuzuhören und ihnen bei der ersten Orientierung zu helfen. Wer aus Syrien, Somalia oder Eritrea in Deutschland ankomme, erlebe mitunter einen Kulturschock. Eine Arbeitsgruppe des Netzwerks hat sich daher zur Aufgabe gemacht, die Flüchtlinge bei ganz alltäglichen Dingen zu begleiten und Hilfestellungen zu bieten.

Mittlerweile seien bereits 30 Syrer als Asylbewerber anerkannt, berichtete Vogel. Aufgrund des Bürgerkriegs in ihrem Heimatland greife bei ihnen ein beschleunigtes Verfahren. Rund 90 Prozent der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft seien Männer. „Eine Flucht ist gefährlich, teuer, und nicht jeder kann sie durchstehen“, schilderte Vogel die Umstände. Auf ihren Handys hatten Flüchtlinge Vogel Videos von Fahrten auf alten und überfüllten Booten gezeigt. „Das sind keine Einzelschicksale.“

Vielen Flüchtlingen sei es unangenehm, nicht selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können. Die meisten von ihnen wollten sofort arbeiten, die deutsche Sprache lernen und sich einbringen, erklärte die Diakonie-Mitarbeiterin.

Das Netzwerk Asyl lädt für Montag, 9. März, um 18 Uhr zu einer Infoveranstaltung ins Rathaus Walldorf ein. Außerdem steht das Integrationsbüro unter der Telefonnummer 06105/938773 sowie per E-Mail an integrationsbuero@moerfelden-walldorf.de zur Verfügung. (eda)

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