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Die Grünflächen in der Lincoln-Seidlung werden kleiner ausfallen, als bislang geplant.

Darmstadt Lincoln-Siedlung

Weniger Grün, höhere Häuser

Die Stadt Darmstadt plant in der Lincoln-Siedlung eine Aufstockung der Wohngebäude. Vorgesehen ist zudem die Erhaltung von mehr US-Wohnhäusern als ursprünglich geplant.

Der Anteil öffentlicher Grünflächen auf dem Areal der Lincoln-Siedlung wird gegenüber der bisher gültigen Rahmenplanung um etwa ein Viertel verringert. Das geht aus der Magistratsvorlage zur Konversion der früheren Militärflächen hervor, die am Dienstagabend im Bauausschuss beschlossen wurde. Sie bildet die Grundlage für die angekündigte Übernahme der einstigen US-Wohnsiedlung durch die Stadt und ihre Immobilien-Tochter Bauverein von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Der 2011 verabschiedete Rahmenplan für die Lincoln-Siedlung – er umfasst auch Jefferson-Siedlung und Cambrai-Fritsch-Kaserne – beruht auf den Ergebnissen zweier Planungswerkstätten mit Bürgerbeteiligung. Für die Lincoln-Siedlung sind darin 5,1 Hektar Grünflächen vorgesehen – das entspricht 21 Prozent der Gesamtfläche von knapp 25 Hektar.

Laut Magistratsvorlage wird nun mit 3,9 Hektar Grünflächen geplant – ein Anteil von 16 Prozent. Das entspricht einer Flächenreduzierung um 24 Prozent. Dies sei vertretbar angesichts der nahe gelegenen Waldgebiete sowie eines Zuwachses privater Grünflächen.

Vorgesehen ist zudem die Erhaltung von mehr US-Wohnhäusern als ursprünglich geplant. Laut Rahmenplan von 2011 sollten nur 15 von 33 Gebäuden stehen bleiben, dafür Neubauten in höherer Verdichtung entstehen. Dies hatte die Bima von Anfang an abgelehnt, weil die Gebäude in brauchbarem Zustand seien und ein Abriss einer Vernichtung von Werten gleichkäme. Die Stadt hingegen machte geltend, dass mit den dreistöckigen, schräg versetzt angeordneten Bestandsgebäuden die Fläche nicht optimal ausgenutzt werde.

Am Ende einigten sich beide Seiten auf ein Eckpunktepapier, das eine Erhaltung von 24 bis 25 Mehrfamilienhäusern vorsieht. Die Stadt will nun zumindest einen Teil dieser Häuser auf vier Geschosse aufstocken. Zudem soll es „Ergänzungsbauten“ geben. „Das heutige Erscheinungsbild dieses Teilquartiers wird sich deutlich verändern“, heißt es in der Magistratsvorlage. „Eine sorgfältige bauliche Gestaltung ist erforderlich.“

3000 Einwohner geplant

Nicht nur die Bima, auch der Bauverein habe eine Änderung der Rahmenplanung von 2011 gefordert, sagte Planungs- und Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne). Offenbar wurde dies als Voraussetzung für eine wirtschaftliche Entwicklung der Flächen gesehen. „Es war wichtig, dass wir beim Rahmenplan flexibel geworden sind“, erklärte der CDU-Stadtverordnete Ludwig Achenbach.

Im Stadtparlament hatte es schon länger Rufe nach einer Abkehr vom Rahmenplan gegeben, der 2011 nahezu einstimmig beschlossen worden war. Auslöser war der Stillstand bei der Konversion.

In einem Punkt bleibt die Planung unverändert: Obwohl die Zahl der vorgesehenen Wohnungen mit dem neuen Konzept um 250 auf 1200 verringert wurde (derzeit sind es 588), wird die künftige Einwohnerzahl unverändert mit 3000 angegeben. Das entspricht rechnerisch 2,5 Bewohnern pro Wohnung, statt 2,1 gemäß Rahmenplan.

Auch über den Kaufpreis der Lincoln-Siedlung gibt das Eckpunktepapier zwischen Stadt und Bima Aufschluss. Der Preis war bei der Bekanntgabe der Kaufabsicht nicht genannt worden. In dem Papier ist eine Wahrnehmung des Erstzugriffsrechts der Stadt noch nicht berücksichtigt. Gerechnet wird mit Planungs- und Infrastrukturkosten von 15,4 Millionen Euro. Diese Summe sollten letztlich die Investoren der Stadt erstatten.

Falls die Bima einen Kaufpreis von über 45,21 Millionen Euro erziele, werde sie der Stadt mögliche Folgekosten über die 15,4 Millionen Euro hinaus erstatten, heißt es im Papier. Bei Bekanntgabe der Kaufabsicht war lediglich von 15,4 Millionen die Rede. Daraus lässt sich folgern, dass der Bauverein einen Betrag von etwa 45 Millionen Euro zahlt.

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