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Für weniger Emissionen

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Seit Ende 2008 gibt es in Arheilgen LED-Straßenlaternen.
Seit Ende 2008 gibt es in Arheilgen LED-Straßenlaternen. © grösser

Die Stadt stellt ein Klimaschutzkonzept vor, dass 138 Empfehlungen zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes umfasst. Firmen, Energieversorger, Hochschulen, Industrie, Handwerk und Verbraucher sind gefragt.

Das Darmstädter Klimaschutzkonzept umfasst 138 Empfehlungen zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Das Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) hat es in Zusammenarbeit mit zahlreichen Arbeitsgruppen und dem Darmstädter Klimaschutzbeirat erarbeitet.

Bei der Vorstellung am Mittwochabend im Staatsarchiv übte Hans-Jürgen Braun, Vorstandsvorsitzender der Bauverein AG, Kritik an dem Konzept. Braun betonte, im Wohnungsneubau seien die aufgeführten Ziele bereits bundesweit durch die Energieeinsparverordnung geregelt.

Außerdem hält er die avisierte Sanierungsquote des Gebäudebestands von 2,5 Prozent für nicht realistisch – das Klimaschutzkonzept nennt als Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen in Darmstadt bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 Prozent zu reduzieren. Er wies darauf hin, dass ein Angebot an niedrigpreisigen und damit unsanierten Sozialwohnungen zu erhalten sei. Einige der aufgeführten Maßnahmen widersprächen sich zudem: „Der Einsatz von Fernwärme ist der Feind des Niedrigenergiehauses.“

Mehr Radverkehr gewünscht

Dass neben der Energienutzung auch der Verkehr wesentlich zu den Emissionen beiträgt, verdeutlichte Peter Werner vom IWU. Durch die Steigerung des Fußgänger- und Radverkehrs und der ÖPNV-Nutzung ließen sich Verbesserungen erzielen. Auch der Einsatz von LED-Leuchten für die Straßenbeleuchtung wird in dem Konzept genannt. Werner wies darauf hin, dass nicht nur die Stadt für das Erreichen der Ziele verantwortlich sei. Auch Firmen, Energieversorger, Hochschulen, Industrie, Handwerk und Verbraucher seien gefragt.

80 interessierte Besucher

Positive Beispiele für die Nutzung von Energie-Einsparpotenzialen, für die Förderung erneuerbarer Energien und Projekte für einen bewussten Umgang mit Konsumgütern stellten Vertreter von Merck, der Heag Südhessischen Energie AG (HSE) und die Hochschulgruppe Nachhaltigkeit den rund 80 Besuchern vor. Diese hatten jedoch in der straff geplanten Veranstaltung keine Gelegenheit zur Diskussion im Plenum. Der Meinungsaustausch wurde in Kleingruppen an Themeninseln im Foyer verlagert.

Stadträtin Brigitte Lindscheid (Grüne) hob hervor, dass die Stadtverordnetenversammlung das Klimaschutzkonzept bisher lediglich zur Kenntnis genommen habe. Dieser Einstieg in den Klimaschutz müsse nun Schritt für Schritt konsequent fortgesetzt werden. Konkret beschlossen wurde vom Stadtparlament bisher lediglich die Erstellung eines Gutachtens zu mikroklimatischen Zusammenhängen im Darmstädter Stadtgebiet.

Die Umsetzung weiterer, zum Teil umstrittener Einzelmaßnahmen, wie etwa City-Maut, Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen oder Windkraftanlagen dürfte dann – im Gegensatz zur Konzeptpräsentation am Mittwoch – für weit lebhaftere Diskussionen sorgen. wka

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