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Wenig Geld für Leiharbeiter

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Protest vor Tegut-Filiale

Kisten aus dem Lager schleppen, Obststände und Regale auffüllen – das waren die Aufgaben für Lydia Winkler (19) in ihrer Zeit als Mitarbeiterin des Unternehmens Teamwork-Büttgen. Einsatzort war der Tegut-Markt in der Darmstädter Kasinostraße. Der Zeitdruck war groß, die körperlichen Anforderungen empfand die zierliche Frau als hart. Vor allem aber der dürftige Verdienst – 5,20 Euro pro Stunde – bewog sie, nach anderthalb Monaten wieder zu kündigen. Da nur nach Arbeitsanfall gearbeitet wurde, bekam sie am Ende des ersten Monats nur 218,54 Euro.

Gegen solche Arbeitsbedingungen protestierten knapp zwei Dutzend Menschen am Mittwoch vor dem Tegut-Markt in der Ludwigstraße. Sie folgten einem Aufruf der Arbeitslosen-Initiative Galida. Gisela Bössenrodt aus Weiterstadt zeigte sich empört über diese Praxis: „Die Tegut-Kunden sind bereit, mehr Geld zu bezahlen, aber das sind kritische Kunden, und die sind ganz schnell weg.“ Von Tegut erwarte man die Einhaltung höherer ökologischer und sozialer Standards. Sie selbst gehe aus Überzeugung nicht zum Discounter, um gerade solche Dumpinglöhne nicht zu unterstützen. „Ich fühle mich betrogen – auch menschlich.“ ( bad)

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