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Der Weltladen feiert Geburtstag

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Kunsthandwerk, Lebensmittel und Kleidung werden in der Elisabethenstraße angeboten.
Kunsthandwerk, Lebensmittel und Kleidung werden in der Elisabethenstraße angeboten. © Guido Schiek

Seit 40 Jahren setzt sich der Träger-Verein „Solidarisch handeln“ für faire Produktionsbedingungen ein.

Faire Produktionsbedingungen für die Erzeuger: Dafür steht der Darmstädter Weltladen seit 1975. Damals, im April vor 40 Jahren, hat sich der Verein „Solidarisch handeln“ gegründet, der inzwischen mit drei Hauptamtlichen und einer Heerschar Ehrenamtlicher den Laden betreibt, der einst „Treffpunkt Dritte Welt“ hieß.

Faire Produktionsbedingungen, das bedeutet die Einhaltung von arbeitsrechtlichen Standards, faire Löhne, keine Kinderarbeit, soziale Absicherung in Krankheitsfall und Alter, Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und langfristig angelegte Handelspartnerschaften mit einer Mindestpreisgarantie, zählen Weltladen-Geschäftsführer Norbert Schneeweis und „Solidarisch-handeln“-Vorstand Ruth Markert auf.

Mit Kaffee fing alles an

Angefangen hat alles mit dem Nicaragua- und El-Salvador-Kaffee, Motto: „Wir trinken keinen Kaffee, an dem Blut klebt“, wie sich der Weltladen-Mann der ersten Stunde erinnert. Fairen Handel habe es damals noch nicht gegeben, „der ist erst in der Praxis nach und nach entwickelt worden“, sagt Schneeweis. Zum Kaffee und dem Kunsthandwerk kamen später die Bananen.

Mittlerweile gibt es mehrere Fair-Trade-Labels und eine Vielzahl von Produkten. Nach wie vor sind es viele kleine Kooperationen und Genossenschaften vor Ort, die sich gegen politische Strukturen behaupten müssen oder von Saatgutmonopolisten wie Monsanto unter Druck gesetzt werden, stellt Ruth Markert fest.

Und es sind auch in Deutschland fünf große Handelsketten, die 90 Prozent des Lebensmittelmarktes unter sich ausmachen – mit einem wachsenden Fair-Trade-Sortiment. Dagegen will sich der Weltladen als Hundert-Prozent-Fairer-Handel-Anbieter etablieren, als „Fachgeschäft“, sagt Schneeweis. Der Verein sieht sich in einer politischen und bildungspolitischen Tradition: Die Werkstatt „Globales lernen“ bietet Vorträge und Veranstaltungen wie den konsumkritischen Stadtrundgang.

„Solidarisch handeln“ hat rund 50 Mitglieder, die alle aktiv sind, um das umfangreiche Programm aufrechtzuerhalten. Neue Mitstreiter sind willkommen. Denn: „Die Welt“, sagt Norbert Schneeweis, „ist nicht einfacher geworden.“ (rwb)

Die Geburtstagsfeier des Vereins findet am Samstag, 18. April, ab 15 Uhr im „Glaskasten“ der Hochschule Darmstadt an der Schöfferstraße statt. Der Weltladen ist Montag bis Freitag 10 bis 18.30 Uhr, Samstag bis 16 Uhr geöffnet. Telefon: 06151 21911, E-Mail: mail@weltladen-darmstadt.de.

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