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Die bestehende Bahnstrecke soll mit einer Kurve nördlich von Weiterstadt an die entlang der A5 verlaufenden ICE-Neubaustrecke angebunden werden.
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Die bestehende Bahnstrecke soll mit einer Kurve nördlich von Weiterstadt an die entlang der A5 verlaufenden ICE-Neubaustrecke angebunden werden.

Weiterstadt

ICE-Strecke: Weiterstadt kritisiert Trassenpläne der Deutschen Bahn

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Mit Hilfe eines Anwalts und eines Schallgutachters will die Stadt Weiterstadt die Anbindung der Güterzugstrecke Rotterdam-Genau an die geplante ICE-Schnellbahntrasse Frankfurt-Mannheim verhindern.

Die Stadt Weiterstadt will rechtlich gegen eine Entscheidung der Deutschen Bahn vorgehen. Diese will im Zuge des Baus der ICE-Schnellbahnstrecke Frankfurt–Mannheim die Güterzugtrasse vom niederländischen Rotterdam ins italienische Genua nördlich von Weiterstadt mit einer zweigleisigen Kurve an die neue ICE-Trasse anbinden. Nach einer Mitteilung von Bürgermeister Ralf Möller (SPD) will die Stadt nun mit Hilfe eines Anwalts und eines Schallgutachters die geplante Trassenführung noch verhindern.

ICE-Neubaustrecke: Bahn für Weiterstädter Kurve als Anbindung

Im November 2020 hatte sich die für das Neubauprojekt zuständige Netzgesellschaft der Deutschen Bahn zugunsten der kleinen „Weiterstädter Kurve“ entschieden, über die in einigen Jahren die Güterzüge aus und in Richtung Mainz an die Nord-Süd-Direktverbindung entlang der Autobahn 5 gelangen sollen.

Diese Lösung, so befürchtet der Weiterstädter Rathauschef Möller, hätte jedoch zur Folge, dass sich die ohnehin schon starke Lärmbelastung „deutlich erhöhen könnte“. So soll sich das Aufkommen nach den Prognosen der Bahn in den Nachtstunden fast verdoppeln, zumal eine maximale Auslastung der Strecke geplant sei. Die Stadt Weiterstadt wolle sich daher gegen die Pläne der Bahn wehren.

Bauprojekt der Bahn: Weiterstadt schaltet Anwalt und Gutachter ein

Die Stadtverordnetenversammlung hat bereits eine fünfstellige Summe bewilligt, um einen Rechtsbeistand zu beauftragen, der sich für die Interessen der Kommune einsetzt.

Zudem wurde bereits ein Schallgutachter beauftragt, der sich intensiv mit den Belastungen für die Stadt Weiterstadt auseinandersetzen und die von der Bahn vorgelegten Schallberechnungen prüfen soll.

Das Projekt

Die ICE-Schnellbahnstrecke Frankfurt–Mannheim ist Teil des Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt RheinMainplus, das gemeinsam vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Deutschen Bahn vorangetrieben wird.

In einem aufwendigen Verfahren hatte die Bahn vier Jahre lang die genaue Streckenführung für die geplante ICE-Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim ermittelt.

Im November 2020 war die Vorzugstrasse bekannt gegeben worden. Zuvor waren mehr als 30 verschiedene Streckenvarianten detailliert untersucht und miteinander verglichen worden. jjo

www.frankfurt-mannheim.de

Bundestag berät über Bahnprojekt Frankfurt-Mannheim

Laut Bürgermeister Möller ist es „das gemeinsame Ziel, die geplante Trassenführung zu verhindern und einen Trassenverlauf zu finden, der die Anwohnerinnen und Anwohner weniger belastet“. Falls dies nicht gelinge, wolle die Stadt einen „übergesetzlichen Lärmschutz“ fordern. Hierzu zählen etwa eine frühere Troglage, schallabsorbierende Trogwände oder flache und geschliffene Schienen.

Dieser „Vollschutz“ durch aktive Schallschutzprojekte soll etwa Schallschutzfenster an den Gebäuden überflüssig machen. Der Weiterstädter Rathauschef kündigte zugleich an, man wolle im Rahmen der vorgesehenen parlamentarischen Beratung in den Gremien des Deutschen Bundestags „für die berechtigten Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger kämpfen“.

ICE-Strecke Frankfurt-Mannheim: Bahn informiert digital

Die Forderungen der Anliegerkommunen werden in drei Projektbeiräten ausgearbeitet. Ein Beirat widmet sich dem Streckenabschnitt zwischen Zeppelinheim und Gernsheim – und somit auch den Weiterstädter Forderungen.

Über den aktuellen Stand der Planungen wird die Bahn in digitalen Informationsveranstaltungen informieren, bei denen auch die jeweils regionalen Besonderheiten thematisiert werden sollen. Am kommenden Dienstag, 6. Juli, von 17 bis 19 Uhr wird es um den Streckenabschnitt zwischen Zeppelinheim und Darmstadt-Nord gehen und am Freitag, 16. Juli, ebenfalls von 17 bis 19 Uhr, gibt es Informationen über den Streckenabschnitt zwischen Weiterstadt und Pfungstadt.

Der Zugangslink zu den Informationsveranstaltungen wird einen Tag vor der jeweiligen Veranstaltung auf der Projektwebseite www.frankfurt-mannheim.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bürgerinnen und Bürger werden über eine Chatfunktion die Möglichkeit haben, ihre Fragen zu stellen und Hinweise zu geben, auf die während der Veranstaltung eingegangen wird. Geplant sind etwa 45 Minuten für die Präsentation, anschließend folgt eine offene Fragerunde.

Ein Trog an der Bahnlinie soll den Lärm der vorbeifahrenden Züge verringern.

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