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Das Wasser ist zurück

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Freiteizbetrieb am Steinbrücker Teich.
Freiteizbetrieb am Steinbrücker Teich. © Roman Grösser

Der Schlamm aus dem Steinbrücker Teich ist verschwunden. Bagger haben ihn beseitigt. Der Freizeitbetrieb aus dem Gewässer hat begonnen. Doch noch ist nicht alles erledigt.

Gleichmäßig gleitet das Ruderboot über den See. Mit kräftigen Zügen fährt Jürgen Löscher seine Familie aus, entlang an Gänsen und Enten. Auf dem Steinbrücker Teich hat der Freizeitbetrieb wieder begonnen. Die Entschlammung des Gewässers ist abgeschlossen. Die 3,7 Hektar große Fläche ist geflutet, Tret- und Ruderboote liegen am neuen Steg.

Wo sich vor Wochen eine Hügellandschaft aus Morast auftat, spiegelt sich die Mittagssonne auf der Wasseroberfläche. Einen "Glücksplatz für die Darmstädter" nennt der Pächter des Bootsverleihs, Gerald Kelz, das wiederhergestellte Naherholungsgebiet.

Vor Monaten war das Ausflugsziel vieler Südhessen bedroht. Eine Schlammschicht, bis zu einem Meter dick, bedeckte den Boden des Sees. "Bei hohen Temperaturen im Sommer hätte das Gewässer umkippen können", sagt Robert Arndt von der Bauverwaltung. Wäre der Sauerstoffgehalt weiter gesunken, hätten Fische und andere Lebewesen nicht überlebt. Deshalb hatte die Entschlammung trotz der prekären Haushaltssituation Priorität.

Fische mussten umziehen

Im November war das Wasser aus dem See abgelassen worden. 16 Fischarten und 460 Kilogramm Teichmuscheln holten die Mitglieder des Anglervereins aus dem See und setzten sie in anderen Teichen aus. Wochenlang gruben Bagger 22 000 Kubikmeter Schlamm ab, Sand, Laub und anderen organische Stoffe. Die Karpfen sind inzwischen zurückgekehrt. Der Anglerverein Darmstadt hat die Tiere wieder eingesetzt. Im Herbst sollen weitere Fische folgen.

Dass jetzt wieder sauerstoffreiches Wasser im Steinbrücker Teich ist, ist zwar nicht zu sehen, aber messbar. "Gutes, glasklares Wasser fließt aus dem See in den Ruthsenbach", sagt Darmstadts Gewässerwart Ralf Tank über Untersuchungsergebnisse. Davon profitiere auch das Arheilger Mühlchen. Das Naturfreibad wird wie der Teich von dem Flüsschen gespeist.

Zu sehen ist indes das Ergebnis anderer Arbeiten in Zusammenhang mit der Entschlammung. Einen neuen, 13 Meter längeren Steg hat Bootsverleiher Kelz bekommen. "Das ist für die Besucher die auffälligste Neuerung", sagt Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) am Mittwoch. Neu gestaltet ist auch das Ufer. Auf einer Länge von 130 Metern verhindern große Steine, dass die Böschung ins Wasser rutschen kann.

Abgeschlossen sind die Arbeiten auf dem Gelände noch nicht. Neu gestaltet wird der Spielplatz, der mit den Jahren an Anziehungskraft verloren hat. Wie die neue Anlage aussehen wird, will Wenzel nicht verraten. "Nur so viel: Wir bauen ein Großgerät auf, dass es noch nirgendwo gibt", sagt der Stadtrat. (rf)

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