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Warten im Winter

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Auf den Hauptverkehrsstraßen ging es gestern für Autofahrer in Darmstadt nur im Schritttempo voran. Aber auch der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr war vor allem in den Morgenstunden keine gute Alternative.

Auf den Hauptverkehrsstraßen ging es gestern für Autofahrer in Darmstadt nur im Schritttempo voran. Auf vielen Nebenstrecken waren die vereisten Fahrbahnen von einer Schneedecke überzogen. Wer nicht aufpasste, kam ins Schleudern. Aber auch der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr war vor allem in den Morgenstunden keine gute Alternative: Heftiger Schneefall, Unfälle und Betriebsstörungen sorgten für lange Wartezeiten.

Ein liegengebliebener Regionalbus behinderte den gesamten morgendlichen Berufsverkehr. Der Bus war auf der Kreuzung von Luisen- und Bleichstraße mit einer blockierten Hinterachse nicht mehr weiter gekommen. "Der Abschleppvorgang dauerte rund zwei Stunden", so die Auskunft von Silke Rautenberg, Pressesprecherin der Nahverkehrsorganisation Heag mobilo. Die Heag habe ab etwa 7.30 Uhr mehrere Straßenbahnlinien umgeleitet. Betroffen waren mit den Linien 6, 7 und 8 der gesamte Linienverkehr der Nord-Südachse und mit den Linien 4 und 5 auch die Verbindungen nach Griesheim und Kranichstein. Durch den Rückstau kamen auch Autofahrer nicht mehr weiter, die Polizei musste den Verkehr regeln.

Auto auf den Schienen

Die Verbindung zwischen Eberstadt und Darmstadt wurde zusätzlich durch einen Unfall strapaziert. Ein Autofahrer wollte auf Höhe der Wilhelmstraße in die Heidelberger Straße einbiegen und übersah eine Straßenbahn. Trotz Vollbremsung der Bahn gab es einen Zusammenstoß, die Schienen waren blockiert. "Es gab Gott sei Dank keine Verletzten", betont Rautenberg.

Die Behinderungen sorgten für großen Unmut unter den Fahrgästen. Etwa 20 Minuten stand Jan Peter Stotz in Eberstadt an der Haltestelle Friedhof und machte sich dann wieder auf den Weg nach Hause. "Ich wollte um kurz vor neun Uhr mit der Schnellen Sechs zur Arbeit fahren", sagt er. Doch die Bahn kam nicht. Stotz beklagt vor allem die mangelnde Informationsbereitschaft der Heag. Jemand an der Haltestelle habe die Hotline angerufen und sei in eine Warteschleife geraten. Erst über das Internet habe er erfahren, dass es in ganz Darmstadt Verspätungen gibt. An der Informationspolitik stört sich auch Robert Zwingel. "Keine Anzeigetafel erklärte, was los ist, keine Durchsage war zu hören." Er wollte von der Schulstraße zum Hauptbahnhof und brauchte dafür doppelt so lange wie sonst.

"In der Regel werden immer zuerst unsere Fahrer informiert, die das dann an die Fahrgäste weitergeben", sagt die Heag-Sprecherin. Es habe von Zeit zu Zeit auch Durchsagen in Fahrzeugen und an den Haltestellen gegeben. Im Laufe des Vormittags hatte sich die Lage im Stadtverkehr beruhigt, aufgrund der starken Schneefälle kam es allerdings den ganzen Tag hindurch im Bus- und Bahnverkehr zu Verspätungen.

Auch zu Fuß hatten viele in der Stadt ihre Probleme. Gehbehinderte mit Rollator oder Krücken konnten den Luisenplatz nur am Rand halbwegs sicher überqueren. Der Hauch einer früheren Räumspur schimmerte entlang der Gleise und rund um den Olbrich-Brunnen auf der Südseite des Platzes durch. Im Gleisdreieck um den Langen Ludwig war überhaupt nicht geräumt. Aber auch wenn das Räumfahrzeug seine Runden gedreht hat, sind die Eisplacken im unebenen Pflaster allenfalls leicht abgeschliffen. "Wir kriegen den Untergrund nicht plan", bestätigt die Leiterin des städtischen Eigenbetriebs EAD, Sabine Kleindiek. "Solange wir kein Tauwetter bekommen, bleibt der Untergrund wie er ist." (hin/rwb)

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