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Warten auf den neuen Stadtteil

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Die verwaisten US-Kasernen sollen in ein neues Wohngebiet verwandelt werden.
Die verwaisten US-Kasernen sollen in ein neues Wohngebiet verwandelt werden. © Roman Grösser

Es ist das städtebauliche Projekt schlechthin: Die Umwandlung der früheren US-Militärflächen in Wohngebiete. Doch Stadt und Bima können sich nicht über die Zukunft der Lincoln-Siedlung einigen. Der Knackpunkt ist die Infrastruktur.

Es gab Planungswerkstätten und es gibt einen Rahmenplan mit Vorgaben für die Nutzung der 57,8 Hektar großen Areale zwischen Bessungen und Eberstadt. Nur die Verhandlungen über den Verkauf kommen nicht voran.

Grüngürtel, Quartiersplätze, eine nicht so dichte Bebauung, Kindergärten und Schulen. So sieht es der Rahmenplan vor. „Das ist für uns die Richtlinie“, sagt Planungsdezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne). Aber genau das ist auch der Knackpunkt in den immer wieder stockenden Gesprächen zwischen der Stadt, die die Planungshoheit hat, und der Eigentümerin des Geländes, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Seit Monaten hat sich die Argumentation nicht verändert: Die Stadt will Wohnqualität gewährleisten und die Infrastruktur von Investoren finanziert wissen. Die Bima will möglichst viel bebaubare Fläche. „Wir müssen auf die wirtschaftliche Umsetzbarkeit achten“, sagt Bima-Regionalvertreter Claus Niebelschütz.

Stockende Gespräche

Die Baudichte gibt der Rahmenplan vor. Aus ihm leiten sich auch berechnete Kosten für öffentliche Anlagen und Einrichtungen ab. Doch sowohl Stadt als auch Bima bewahren Stillschweigen darüber, wie viele Millionen aufzubringen sind. Eines hat die Bima aber schon signalisiert: Die Kosten sind ihr zu hoch. Sie will gegenrechnen – und so lange gibt es keinen Fortschritt.

Vom Grundsatz her gibt es zwei Möglichkeiten. Die Stadt bevorzugt den Weg über eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme. Dabei würde eine Treuhänderin das Areal von der Bima zum aktuellen Verkehrswert kaufen und zu einem deutlich höheren Quadratmeterpreis wieder verkaufen. Den Verkehrswert schätzt die Bauverwaltung auf 50 Euro. Der Bodenrichtwert für diese Wohnlage liegt zwischen 460 und 500 Euro pro Quadratmeter. Von der Differenz müsste die Infrastruktur finanziert werden.

Für die Stadt hat dies einen Nachteil: Sollte der Verkaufserlös für die Finanzierung der Infrastruktur nicht ausreichen, muss sie die Mehrkosten übernehmen. Die Bima erhielte aber nicht mehr als den Verkehrswert. Doch den setzt sie mit mehr als 50 Euro an. Ein neuer Streitpunkt.

Ohne städtebauliche Entwicklungsmaßnahme könnte die Bima das Gelände frei verkaufen. Ein Investor müsste mit ihr dann den Kaufpreis aushandeln. Zu dem Betrag käme jedoch die von der Stadt geplante Infrastruktur dazu. Die Folge: Sind die Kosten zu hoch, könnte ein Investor nicht mehr bereit sein, der Bima einen hohen Preis zu zahlen.

Sowohl bei der Bima in Darmstadt als auch bei der Stadt bauen die Verantwortlichen auf die Kompromissbereitschaft der anderen Seite. Einen neuen Gesprächstermin gibt es aber noch nicht. (rf.)

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