Darmstadt

Die Waldkolonie wächst

Es tut sich doch etwas auf Darmstädter Konversionsflächen: In der Waldkolonie sollen an der Südseite der Koblenzer Straße auf einem ehemaligen Bundesbahngelände in fünf Bauabschnitten auf rund 15 700 Quadratmetern 111 Wohneinheiten entstehen.

2012 hatte der Immobilienentwickler Bouwfonds (Bouw ist holländisch, spricht sich wie Bau und bedeutet das auch) die Fläche von der Deutschen Bahn gekauft, die dort unter anderem Verwaltung und Buswartungshallen hatte. „In der Zeit des Ersten Weltkriegs waren dort noch Kasernen für Luftschiffer und Funker“, sagt Projektentwickler Hans Weber.

Das Wohnprojekt mit dem Namen „DAcore“ (ein Wortspiel aus Darmstadt mit dem italienischen „von Herzen“) will die kommende und bestehende Bebauung verbinden. Im ersten Bauabschnitt sollen an der Koblenzer Straße zwei Gebäude mit insgesamt 32 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen gebaut werden.

Die Wohnungen bekommen einen Keller, begrünte Dächer, eine Lüftungsanlage und Holzpelletheizungen. Stellplätze sind in zwei Tiefgaragen mit je einer Elektroladestation vorgesehen.

Alte Bauten werden integriert

„Alle Wohnungen in den Neubauten erreicht man barrierefrei“, erklärt Projektleiter Gunter Seibert – wobei barrierefrei nicht rollstuhltauglich bedeutet.

Das alte Verwaltungsgebäude und eine Reithalle südlich der Neubauten stehen unter Denkmalschutz. „Das Verwaltungsgebäude wird komplett entkernt“, kündigen Stefan Messemer, Leiter der Frankfurter Bouwfonds-Niederlassung und Projektleiter Gunter Seibert an. Das Dach werde originalgetreu rekonstruiert. „Ich bin froh, dass die Denkmalpflege da mitgezogen hat“, sagt Seibert.

Das lange Gebäude wird in mehrere zweigeschossige Wohnungen mit eigenen Eingängen und Treppenhäusern unterteilt werden. Die Geschosshöhe von rund vier Meter im Hochparterre und mehr als drei Meter ersten Stock soll erhalten bleiben, der Dachboden wird Stauraum sein und Platz für Waschmaschinen und Trockner bieten. Und aus der ehemaligen Militärreithalle, in der später Busse gewartet wurden, soll eine Parkgarage werden. Die filigrane Dachbalkenkonstruktion bleibt, es wird in der Halle auch kein Zwischengeschoss geben. Eine aus den 50er Jahren stammende, denkmalgeschützte, freischwingende Dachtragekonstruktion auf dem Gelände soll ebenfalls erhalten bleiben. Geplant ist, die ursprünglich offene Bushalle als Zitat der Industriegeschichte auf dem Gelände an anderer Stelle wieder aufzubauen. „Die integrieren wir in die Außenanlagen“, erläutert Projektleiter Gunter Seibert. Allerdings werde nur ein kleiner Teil mit Wellblech überdacht, Schutz für eine Sitzgelegenheit.

Der Vertrieb der Wohnungen laufe bereits, sagt Stefan Messemer und kündigt an, „im vierten Quartal werden wir mit dem Bauarbeiten beginnen.“ Die ersten Bewohner sollen Mitte bis Ende 2016 einziehen. (eda)

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