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Alternativer Schulunterricht: Mitglieder des Kurdischen Zentrums stellen sich vor und berichten, wie ihre Situation in Darmstadt ist.
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Alternativer Schulunterricht: Mitglieder des Kurdischen Zentrums stellen sich vor und berichten, wie ihre Situation in Darmstadt ist.

Darmstadt

Waldbesetzung und Verkehrswende: Der Stoff fehlt in der Schule

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Zwei Tage lang widmen sich Darmstädter Schüler und Schülerinnen Themen, die sie in der Schule vermissen. Manches ist für Teilnehmende am Alternativen Bildungstag komplett neu.

Was sind Incels, wie ist es um den Feminismus bestellt, und wie kann man sich vor Verschwörungsideologien schützen? Auf dem Alternativen Bildungstag in Darmstadt sind bei Regen am Dienstag rund 60 Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulen zusammengekommen, um außerhalb der gewöhnlichen Lernumgebung und ohne Lehrerschaft verschiedene Themen zu behandeln, die in der Schule ihrer Ansicht nach zu kurz kommen.

Organisiert wird die Veranstaltung alljährlich vom Stadtschülerrat (SSR). In Kooperation mit dem Jugendring und „Fridays for Future“ wurde ein zweitägiges Programm auf die Beine gestellt. Für die Teilnahme werden Schüler:innen vom Unterricht freigestellt, sagt SSR-Sprecherin Ida. Auch Anmeldungen aus der Lehrerschaft seien eingegangen, doch mit ihnen wolle man sich gesondert auseinandersetzen.

In mehreren Pavillons in der Rudolf-Müller-Anlage tagten die Jugendlichen. In der Pause gab es gerettete Lebensmittel, und Organisationen wie DGB, Attacikka, Bündnis gegen Rechts oder Seebrücke informierten über ihre Aktivitäten. Eva Pelikan, Sachgebietsleiterin des Jugendbildungswerks Darmstadt, sagte der Frankfurter Rundschau: „Die jungen Menschen haben sich hier einen eigenen Raum erkämpft.“ Die Generation sei sehr politisch. Politik ist auch eines der Felder, das sich die Teilnehmenden vermehrt in der Schule wünschen würden: „Unser Schulsystem muss erneuert werden“, findet Anna, 16. Zuviele geschichtliche Themen würden sich in Mittel- und Oberstufe doppeln. Man müsste mehr auf internationale Konflikte eingehen. Man rede zwar über Klimawandel und Rassismus, was fehle seien Feminismus und Waldbesetzung, meinen ihre Mitschülerinnen. Leider würden solche Themen nie von der Lehrkräften ausgehen.

Die 14-jährige Mathilda findet, in der Schule sollte mehr über Selbstliebe vermittelt werden und darüber, wie man mit sozialen Problemen umgeht. Hier beeindruckte das Referat über Incels: Incels sind heterosexuelle Männer, die unfreiwillig keine sexuelle Beziehung haben und deshalb einen Hass auf Frauen entwickeln. „Incels fühlen sich nicht geliebt und lassen an Frauen ihren Frust aus“, sagt Mathilda. „Eine total unterschätzte Gefahr, auch was Anschläge betrifft“, sagt Anna. Auch David, 14, hatte von der radikalen Gruppierung „keinen Plan“, findet es aber extrem wichtig, darüber aufzuklären. Einig sind sie sich, dass sie nach dem Bildungstag ihr neues Wissen in ihre Schulen tragen wollen. Indes rufen die nächsten Workshops: Es geht um die Verkehrswende und warum sie bisher nicht geglückt ist und darum, was das Kurdische Zentrum in Darmstadt so macht.

Der Bildungstag geht am heutigen Mittwoch weiter.

ssr-darmstadt.de

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