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Wachsende Hochschule

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Die Hochschule Darmstadt will hoch hinaus.
Die Hochschule Darmstadt will hoch hinaus. © Claus Völker

An der Hochschule Darmstadt gibt es immer mehr Studierende. Um mehr Räumlichkeiten nutzbar zu machen und mehr Personal einzustellen, steigen nun auch die Zuschüsse aus dem Hochschulpakt. Allein 2013 erhält die HDA 15 Millionen Euro mehr.

Die Hochschule Darmstadt (HDA) wird bis 2018 wachsen und mehr Studierende aufnehmen als geplant. Für mehr Personal und den Ausbau der Raumkapazität werden aus dem Hochschulpakt in diesem Jahr 15 Millionen Euro und im nächsten 19 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

HDA-Präsident Ralph Stengler hat vor ein paar Tagen Zielvereinbarungen mit dem Hessischen Wissenschaftsministerium unterzeichnet: Während die Landesregierung Geld aus dem Hochschulpakt 2020 zugesagt hat, verpflichtet sich die HDA zur Gründung neuer und zum Ausbau bestehender Studiengänge. Dafür wird mehr Personal eingestellt und die Hochschule baulich erweitert.

Die in Aussicht gestellten Beträge erwecken laut Stengler einen „fairen Eindruck“. Für rund ein Viertel mehr Studierende in Regelstudienzeit ist rund ein Viertel mehr Budget zugesagt worden. Das sei die Basis, um beim Wachsen auch die Qualität der Studiengänge erhalten zu können.

Bis 2015 sollen an der HDA insgesamt 3800 Studierende mehr studieren als bisher geplant – bis 2015 werden es voraussichtlich 15?500 sein. Für dieses Jahr erhält die Hochschule zusätzlich 15 Millionen Euro, davon 5,3 Millionen für Personal, 3,8 Millionen für Sachmittel sowie 5,8 Millionen für Bauinvestitionen.

150 zusätzliche Stellen

2014 werden zusätzlich 19 Millionen Euro fließen; für 2015 sei der gleiche Betrag avisiert, so Stengler. „Wir denken allerdings nicht bis 2015, sondern bis 2020.“ Schließlich sei der vielzitierte Studentenberg eher ein „Studentenplateau“. Das heißt, man werde an den Hochschulen in den kommenden sieben bis zehn Jahren mit dieser großen Zahl an Studierenden zu tun haben.

Knapp 150 Stellen werden neu geschaffen, darunter 52 Professuren und 28 Lehrkräfte. Auch werden Laboringenieure und Mitarbeiter in Service und Verwaltung eingestellt. Etwa die Hälfte der neuen Studiengänge soll durch den Ausbau bestehender geschaffen werden, erklärt Katja Lenz, HDA-Vizepräsidentin für Studium und Lehre. „Doch es reicht nicht, vorhandene Studiengänge aufzublähen.“ Vielmehr werde man das Profil ändern und das Angebot ausbauen. Die Fachbereiche wurden aufgefordert, Ideen für neue Studiengänge einzubringen. Es sei ein richtiger Wettbewerb entstanden, „die Fachbereiche lieferten unglaublich viel gute Ideen“, so Stengler.

Zahl der Studenten steigt

Vorerst sollen mit den zusätzlichen Mitteln Bachelor-Studiengänge finanziert werden, doch verhandeln derzeit die Hochschulen mit dem Wissenschaftsministerium um Masterstudienplätze, damit man den Bachelor-Absolventen die Wahl zwischen Job-Einstieg und Weiterqualifizierung ermöglichen kann.

Um dies umzusetzen, braucht die Hochschule deutlich mehr Raum, der durch Gebäude-Erweiterungen, Neubauten und Anmietungen geschaffen werden soll. An der HDA gibt es keinen größeren Hörsaal – allerdings entsteht gerade ein Hörsaalgebäude, das 2014 nochmals erweitert wird.

Außerdem wird die HDA in der Schöfferstraße die Räume des Patentinformationszentrums belegen, das wiederum an die Technische Universität zieht. Das Bibliotheksgebäude wird um ein Lernzentrum erweitert, ein Hörsaalgebäude zwischen Berliner Allee und Havelstraße saniert und ausgebaut. Als weiterer Neubau ist eine Fahrzeughalle für Maschinenbau und Kunststofftechnik vorgesehen.

Diese Arbeiten führt das hessische Baumanagement durch, was Stengler scharf kritisiert. „Wir wollen diese Dinge lieber selbst machen, dürfen aber nicht“ – obwohl auch die Wissenschaftsministerin den Vorstoß zu einer baulichen Autonomie unterstützt.

Die Erfahrungen mit dem Baumanagement seien nicht gut, sagt Stengler und verweist auf den Neubau des Hochhauses: Der sei erstens mit 50 statt 41,5 Millionen Euro deutlich teurer geworden und habe außerdem länger gedauert. (an.)

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