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Auch mit dem Landkreis Groß-Gerau soll es eine Vernetzung geben.
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Auch mit dem Landkreis Groß-Gerau soll es eine Vernetzung geben.

Verkehr in Darmstadt-Dieburg

110 Vorschläge für besseres Radwegenetz

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Der Landkreis Darmstadt-Dieburg will sein Radwegenetz ausbauen. Die Kommune präsentiert ein Konzept mit einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro.

Der Neubau eines Geh- und Radwegs zwischen Darmstadt und Messel entlang der L 3097 steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Radverkehrskonzepts des Landkreises Darmstadt Dieburg. Auch neue Radstrecken zwischen Seeheim und Darmstadt-Eberstadt, Griesheim und Büttelborn sowie Dieburg und Münster wird im jetzt vorgestellten Abschlussbericht eine große Wichtigkeit eingeräumt.

Insgesamt 110 Vorhaben zur Verbesserung des Radverkehrs nicht nur innerhalb der Kommunen, sondern auch zwischen den Städten und Gemeinden präsentierte Paul Fremer vom Frankfurter Planungsbüro RV-K (Radverkehr-Konzept) am Mittwoch Vertretern der 23 Kreiskommunen sowie von Nachbarkreisen, Polizei, Forst, Hessen Mobil, Naturschutzverbänden und der Stadt Darmstadt.

722 Mängel hatten die an der mehr als ein Jahr dauernden Untersuchung beteiligten Bürger gemeldet. „Eine so große Resonanz haben wir noch nie erlebt“, sagte Fremer. Das Planungsbüro hat bereits ähnliche Konzepte unter anderem für die Landkreise Mainz-Bingen und Esslingen erarbeitet.

Entstanden ist unter Federführung es Landkreises Darmstadt-Dieburg ein Handlungsrahmen für die kommenden zehn Jahre. Dieser listet für jede Kommune die jeweiligen Einzelvorschläge auf und gewichtet sie nach Priorität sowie Kosten-Nutzen-Faktor.

Würden alle Ideen von der Ausbesserung des Asphalts über die Kennzeichnung von Radstreifen bis hin zum Radwegneubau umgesetzt werden, kostete dies laut Fremer insgesamt 50 Millionen Euro. Auch zu möglichen Förderungen durch Land und Bund hat das Planungsbüro Informationen bereitgestellt und den Vertretern der Kommunen Mut gemacht, dass einzelne Projekte mit bis zu 70 Prozent förderfähig seien.

„Veränderung muss etwas kosten, wenn es uns damit ernst ist“, sagte Landrat Klaus-Peter Schellhaas (SPD) im Nachgang der Veranstaltung im Darmstädter Kreishaus. „Was wir hier vorgelegt haben, ist eine große Herausforderung.“ Der Kreistag hatte dem Konzept bereits mit großer Mehrheit zugestimmt.

Ziel des Projektes ist es, Anreize für Radfahrer zu schaffen, nicht nur in der Freizeit zu fahren, sondern auch vermehrt im Alltag. Dazu ist es laut dem Bonner Radverkehrsexperten Heiner Mohnheim, der während der Veranstaltung einen Abriss über die Geschichte des Radverkehrs gab, notwendig, neue Netzkonzepte für Velorouten zu schaffen und diese bewusst abseits des Hauptverkehrs zu führen.

Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg sind Radschnellwege und Direktverbindungen aufgrund der Lage zwischen den Ballungsgebieten Frankfurt-Rhein-Main und Rhein-Neckar von großer Relevanz. Neben dem bereits in Planung befindlichen Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt, für dessen Verlauf auf ihrer Gemarkung die Erzhäuser Gemeindevertretung jetzt grünes Licht gab, sind laut Radverkehrskonzept die Trassen Darmstadt –Mannheim, Darmstadt–Aschaffenburg und Mainz–Darmstadt denkbar.

Die Umsetzung der konkreten Schritte soll sukzessive erfolgen. Eine Steuerrungsgruppe, die auch die Erarbeitung des Konzepts begleitet habe, solle dabei das Controlling übernehmen, kündigte der Landrat an. Die erarbeitete Priorisierung stelle „keine zwingende Reihenfolge“ dar, sagte Planer Fremer.

Zum weiteren Vorgehen sagte Schellhaas: „Im Bereich der Kreisstraßen werden wir bei künftigen Sanierungen Radwege anders betrachten.“ Umsetzen könne man die Ideen aber nur gemeinsam mit der jeweiligen Kommune. Sicher werde dies etwas dauern. Wenn es jedoch gelinge, mehr Menschen dazu zu bewegen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, werde dies auch die Darmstädter Innenstadt entlasten.

Dass gerade Pendler künftig vermehrt auf Fahrräder – insbesondere E-Bikes - setzen würden, wenn es bessere Radverbindungen gäbe, glaubt auch Sandra Wolf vom Weiterstädter E-Bike-Hersteller Riese und Müller. „Wo die Infrastruktur nicht stimmt, fahren die Leute nicht, oder es fahren nur die Freaks“, sagte sie in einem die Präsentation begleitenden Vortrag.

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