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Voller Mond am Weihnachtshimmel

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Ein Flugzeug vor Vollmond.
Ein Flugzeug vor Vollmond. © dpa

Am späten Heiligabend lohnt sich der Blick zum Firmament. Nicht nur wegen des Mondes. Denn ebenfalls mit bloßem Auge zu sehen, ist der große Orionnebel – ein Sternenentstehungsgebiet.

Ein Komet wie einst über Bethlehem wird in den Weihnachtsnächten nicht am Himmel stehen – dafür ein prächtiger Vollmond. Zuletzt war das 1977 der Fall – und erst 2034 wird sich das wiederholen.

Nach der Bescherung an Heiligabend, satt und zufrieden, ein Blick zum Himmel? Warum nicht. Wenn es nicht regnet, ist auch ein Verdauungsspaziergang übers Oberfeld zu empfehlen. Stolpergefahr besteht zumindest in wolkenfreien Nächten nicht – der Mond leuchtet sehr, sehr hell. In der längsten Vollmondnacht des Jahres, am 25. Dezember, steht er sogar am höchsten.

„Gegen 22 Uhr guckt man am besten Richtung Süden, da ist am meisten los“, sagt Bernd Scharbert von der Volkssternwarte Darmstadt. Gut zu sehen ist beispielsweise an den Feiertagen Orion, das dominante Wintersternbild: Eine Kette von drei gleich hellen Sternen bildet den Gürtel des Himmelsjägers, je zwei helle Sterne darüber und darunter stehen für die Schultern und die Füße der Jägergestalt.

Der Gürtel des Himmelsjägers

Ebenfalls ohne Fernglas, mit bloßem Auge zu sehen, ist der große Orionnebel – ein Sternenentstehungsgebiet. „Die kleinen Punkte, die man da sieht, sind alles neue Sterne, die den Nebel zum Leuchten bringen“, erzählt Scharbert. Sie sind ein unvorstellbares Stück weit weg. 1300 Lichtjahre entfernt. Ein absoluter Hingucker ist für ihn auch der Andromeda-Nebel, eine Spiral-Galaxie, die Richtung Südwesten am Himmel zu sehen ist. Rechts vom Mond das Siebengestirn: die Plejaden im Sternbild Stier.

Dabei handelt es sich um einen relativ jungen Sternhaufen, der gerade mal ein paar Millionen Jahre alt und Teil der Milchstraße ist. „Die Plejaden sieht man, wenn der Himmel frei ist, auf jeden Fall“, verspricht Scharbert. Unterhalb des Orion flackert im Großen Hund bläulich-weiß Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel, knapp neun Lichtjahre von der Erde entfernt. „Der ist auch nicht zu übersehen“, so Scharbert. Heller leuchten wohl nur Planeten wie Venus, Jupiter und Mars. Doch diese Himmelskörper lassen sich ganz schön Zeit. Erst gegen Mitternacht taucht im Osten Jupiter auf, drei Stunden später dann der Mars. Die Venus, den Morgenstern, sieht, wer die Frühmesse besucht.

Das Versteckspiel, das sich der Mond gestern mit Aldebaran im Sternbild Stier lieferte, war allerdings auch nicht schlecht: Kurz nach 19 Uhr pirschte er sich an den rötlich schimmernden Stern heran und verdeckte ihn dann schließlich für rund eine ganze Stunde.

Mit dem Fernglas ist die Sternbedeckung gut zu verfolgen. Gegen 20.15 Uhr taucht Aldebaran dann an rechten, westlichen Mondrand wieder auf. (ers)

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