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Vier Herausforderer für Partsch

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Von: Claudia Kabel

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Die Linkspartei tritt mit Uli Franke erstmals bei der OB-Wahl an. Uffbasse schickt Kerstin Lau ins Rennen.

Zwei weitere Kandidaten wollen zur Oberbürgermeisterwahl in Darmstadt kommenden März antreten: Kerstin Lau, Fraktionsvorsitzende der Wählergruppe Uffbasse, und Uli Franke, Vorsitzender des Kreisverbands der Linken. Während Uffbasse, die sich selbst als Rebellen begreifen, schon mehrmals einen OB-Kandidaten stellten, ist es für die Linkspartei das erste Mal. Lau wurde laut Medienberichten am vergangenen Sonntag einstimmt nominiert. Zuvor hatten Jochen Partsch (Grüne), Michael Siebel (SPD) und Christoph Hentzen (FDP) ihre Kandidatur erklärt.

Der 48-jährige Franke wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung fast einstimmig gekürt. Als Grund für die Nominierung eines Kandidaten nannte Wolfgang Weber, Mitglied des Kreisvorstandes, den wachsenden Zuspruch für die Linke, die inzwischen mit fünf Sitzen im Stadtparlament sitzt. Man hofft darauf, Protest- und Nichtwähler zu mobilisieren. Gerade in Stadtgebieten wie Kranichstein oder Eberstadt-Süd, „wo es sozial nicht so gut läuft“ und die AfD bei der Kommunalwahl viele Stimmen errungen habe, wolle man punkten, sagte Weber. „Das ist eine Maßnahme gegen die AfD.“ Diese hat indes bisher noch keinen Kandidaten aufgestellt.

In seiner Bewerbungsrede stellte Franke fest, dass das Ansehen der grün-schwarzen Koalition und damit auch des amtierenden OB Partsch bröckelt: Vielen Wählern liege eine sozialere und ökologischere Stadt am Herzen. „Sie vermissen den notwendigen Elan, wenn es gerade nicht um ein neues großes Imageprojekt oder um die grün-schwarze Null geht.“ Ziele von Franke sind unter anderem die Schaffung von Sozialwohnungen, die Einführung eines Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr und die höhere Eingruppierung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Kinderbetreuung sei Teil des Bildungssystems und müsse daher kostenfrei werden, so Franke. Da dies die Kommune ohne Unterstützung durch das Land nicht leisten könne, fordert er kostenfreies Kita-Essen als Schritt zu mehr sozialem Ausgleich.

Außerdem spricht sich der Bessunger für die Anhebung der Gewerbesteuer um sechs Prozent auf das Niveau anderer hessischer Großstädte aus.

Die viel bejubelte Attraktivität der Stadt und das Bevölkerungswachstum sieht Franke kritisch: „Die Kehrseite der Medaille ist die Überlastung der Infrastruktur. Wer die Stadt durch den Bau von 10 000 Wohnungen verdichten will, wird das Stadtklima und die Lebensqualität beschädigen und sich viele Konflikte einhandeln“, ist er überzeugt und kündigte an, im Wahlkampf mit Fachleuten und Bürgern zu diskutieren, welche Instrumente die Kommunen und die Region nutzen können, um solch schädlichen Konzentrationsprozessen zu begegnen.

Welche Ziele die 45-jährige Lau, von Beruf Personalreferentin und Mediatorin, als Oberbürgermeisterin verfolgen will, war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Auf der Homepage von Uffbasse schreibt sie über sich: „Es muss nicht immer größer und toller sein. Öfter mal sagen: B.I.N. – brauch ich nicht!“

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