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Vielfalt als Bereicherung für die Gesellschaft

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Schüler gestalten Zeitung zu Toleranz und Offenheit gegenüber Flüchtlingen.

Bereits seit einigen Monaten gibt es in Darmstadt viele Hilfsprojekte für und mit Flüchtlingen. Daran beteiligen sich auch Darmstädter Schulen mit verschiedenen Aktionen. Ein nicht ganz alltägliches Projekt ist aus der Zusammenarbeit von vier Schülern der Edith-Stein-Schule und der Lichtenbergschule hervorgegangen. Mit Mitschülern, Lehrern und Außenstehenden gestalteten sie eine Schülerzeitung der besonderen Art.

„Wir wollten die gesamte Schulgemeinschaft einbinden“, sagt der Initiator des Projekts, Niels Kunz. Der Siebzehnjährige ist Schulsprecher an der Edith-Stein-Schule und wollte zusätzlich zu einzelnen Hilfsprojekten seiner Schule eine weitere Aktion ins Leben rufen, an der sich alle Schüler beteiligen können. Dazu holte er seinen Kumpel Ole Heiland, Schulsprecher der Lichtenbergschule, ins Boot.

Gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Vera van Zandbergen von der Edith-Stein-Schule und Dania Tahir von der Lichtenbergschule begannen sie Anfang des Jahres mit der Planung. „Wir hatten keine Ahnung, wie so etwas geht“, gibt Niels Kunz lachend zu. Was dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen: „Vielfalt als Selbstverständlichkeit“ lautet der Titel der fast 80 Seiten umfassenden Zeitung. Die Inhalte sind dabei ebenso vielfältig wie das Layout. Neben von Schülern nahezu aller Alters- und Klassenstufen verfassten Texten, Interviews und Kommentaren finden sich in dem Heft auch kreative Beiträge wie Comics, Liedtexte und Gedichte zum Thema Flucht und Integration. Ziel sei es, „Vielfalt als Bereicherung“ für die Gesellschaft zu verstehen, sagt Kunz.

Bestandteil des Unterrichts

Die Beteiligung an dem Projekt war groß. Aus der gesamten Schülerschaft beider teilnehmenden Schulen erreichten die vierköpfige Redaktion zahlreiche Texte und Beiträge von Einzelpersonen und Gruppen, berichtet Niels Kunz. „Da wurde enorm viel Arbeit reingesteckt“, ergänzt er. Manche Lehrer banden die Arbeit an der Zeitung auch in ihren Unterricht ein.

Doch die Beiträge stammten nicht nur aus der Schülerschaft. So gab der Standortleiter von Evonik in Darmstadt ein Interview zum Thema Zuwanderung in der Arbeitswelt. Auch ehemalige Schüler lieferten beispielsweise Erfahrungsberichte von Auslandsaufenthalten und dem Aufeinandertreffen mit fremden Kulturen. Eine ehemalige Deutschlehrerin engagierte sich als Lektorin der Texte.

Ein besonderer Beitrag ist die englischsprachige Geschichte von Amir aus Somalia, der seine Erlebnisse von der Flucht nach Deutschland schildert. Bei der Gestaltung bekamen die Hobby-Redakteure prominente Unterstützung von Waref Abu Quba, einem Filmproduzenten aus Syrien, der vor rund fünf Jahren nach Deutschland geflohen ist und nun in Darmstadt lebt. (eda)

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