+
ie Studie „Urbane Seilbahn TU-Lichtwiese – Ostkreis“ entstand im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Professor Jürgen Follmann.

Darmstadt

Viel Lob für Seilbahn-Visionen der Hochschule Darmstadt

  • schließen

Studierende der Hochschule Darmstadt haben eine Planungsstudie erstellt. OB Jochen Partsch hält das Projekt als Ergänzung für attraktiv, unkonventionell und solide.

Studierende des Fachbereichs Bauingenieurwesen der Hochschule Darmstadt (HDA) haben in den vergangenen Monaten eine Planungsstudie zum Bau einer Seilbahn von Groß-Zimmern über Roßdorf zum Campus Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt erarbeitet. Die Studie „Urbane Seilbahn TU-Lichtwiese – Ostkreis“ entstand im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Professor Jürgen Follmann.

Die Vorzugstrasse könnte nach den Vorstellungen der Studierenden von einem Supermarkt-Parkplatz in Groß-Zimmern über eine Haltestelle am Knotenpunkt der Bundesstraßen 26 und 38 in Roßdorf über Gewerbegebiete und Freiflächen nach Darmstadt führen. Die Fahrtzeit für die zehn Kilometer lange Strecke würde inklusive des Zwischenstopps 25 Minuten betragen.

Follmann sagte am Donnerstag der FR, es wäre wichtig, die Seilbahn in das reguläre Angebot des Rhein-Man-Verkehrsverbunds zu integrieren. Es empfehle sich, auch in Hinblick auf den Klimaschutz Seilbahnen als „Zwischentechnologie“ zu nutzen. Der Vorteil bestehe darin, dass die Bahn wesentlich schneller realisierbar wäre als die Planung und der Bau einer neuen Straßenbahn. Nach Einschätzung Follmanns könnte bereits in fünf Jahren die Seilbahnstrecke, die zwischen 10 und 20 Millionen Euro kosten würde, fertig sein. Im Vergleich zur Straßenbahn seien auch die Betriebskosten in der langfristigen Betrachtung deutlich niedriger.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) teilte mit, das „innovative Konzept“ könne „ein unkonventioneller, aber solider Baustein der Verkehrswende sein und das Angebot für Pendler aus dem Landkreis attraktiv ergänzen“. Lobend äußerte sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger.

Das Seilbahnprojekt, so Partsch, sei nicht zuletzt deshalb attraktiv, weil es einen ganz neuen Verkehrsraum erschließe. Dies komme dem Ziel der Stadt entgegen, die Verkehrsangebote zwischen der Stadt und dem Landkreis zu verbessern – etwa mit dem neugestalteten Radweg nach Roßdorf oder der geplanten Busspur im Verlauf der B26 am Ostbahnhof. Langfristig bevorzugten Stadt und Kreis jedoch eine neue Schienenverbindung in den östlichen Teil des Kreises, so Partsch. Das Seilbahnprojekt könne aber „eine gute Ergänzung sein“.

Nun müssten zunächst die technische Realisierbarkeit und die Möglichkeiten der Finanzierung des Projekts geprüft werden. Dies geschehe idealerweise im Zusammenwirken mit dem Mobilitätsdienstleister Heag mobilo, der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation und der HDA. Die Seilbahntrasse soll Partsch zufolge auch ein Thema bei den zwischen der Stadt und dem Kreis vereinbarten Verkehrsgesprächen im Herbst sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare