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Zu viel Leerlauf

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Die Lichtenbergschule genießt eine Vorreiterrolle. Als Europaschule setzt sie auf Internationalität und Sprachen, legt besondere Schwerpunkte auf Begabtenförderung, Lern- und Familienfreundlichkeit und Ganztagsangebote jenseits des Regelunterrichts. Doch als unerwünschten Nebeneffekt gibt es dort auch mehr Freistunden.

„Wir haben teilweise bis zu 18 Freistunden die Woche“, berichtet Manuel Pohlmann, der das nicht mehr hinnehmen wollte. Mit anderen Oberstufenschülern hat er mehr als 80 Unterschriften gesammelt und einen Brief an den Schulleiter geschrieben. Schüler kämen oft erst abends nach Hause und müssten dann noch Hausaufgaben machen. Im belebten Umfeld der Schule sei es kaum möglich, die Lücken fürs Lernen zu nutzen. Und nachmittags sei die Konzentrationsfähigkeit nicht mehr gewährleistet, so dass man eigentlich keine Klausuren mehr schreiben dürfte. Für die meisten sei es wichtiger, einen durchgängigen Unterricht zu haben als ein Maximum an frei wählbaren Fächern.

Leistungskurse am Nachmittag

Die Schüler fragen sich, warum der Kernunterricht nicht generell zwischen der ersten und sechsten Stunde liege, wie es an anderen Schulen der Fall sei. Stattdessen würden Wahlfächer vormittags und einige Leistungskurse am späten Nachmittag unterrichtet. Das Schreiben haben die Schüler ihrem Schulleiter bereits vor den Weihnachtsferien geschickt. Eine Reaktion gab es bisher nicht.

Marion Steudel, kommissarische Leiterin des Staatlichen Schulamts, gibt zu bedenken, die Lichtenbergschule sei das größte Gymnasium mit der größten „Verkursung“. Sie kenne die Diskussion dort, die geschilderte Freistundensituation komme ihr aber ungewöhnlich vor. Sie wolle das aufgreifen und prüfen.

Eine Stellungnahme gibt es schließlich auch noch von der Lichtenbergschule. Nicht der Direktor, sondern sein Stellvertreter Meinhard Hiemenz gibt diese ab: „Wir sind gerade dabei, das intern zu kommunizieren und zu klären. Wir werden ganz offen mit der Thematik umgehen und auch mit den Beschwerden.“ ( aw)

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