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Verwaltungsgericht Darmstadt: Klagen zu Windpark „Greiner Eck“ abgewiesen

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Von: Claudia Kabel

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Gegen Windräder gibt es immer wieder Proteste (Symbolfoto).
Gegen Windräder gibt es immer wieder Proteste (Symbolfoto). © Rolf Oeser

Windräder im Neckartal: Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat Klagen zum Windpark „Greiner Eck“ im Kreis Bergstraße abgewiesen. Es bestehe keine Gefährung von Natur, Tier und Mensch.

Der Bau des Windparks „Greiner Eck“ im Neckartal des südhessischen Kreises Bergstraße war rechtmäßig. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat die Klagen eines Umweltverbands sowie einer Privatperson gegen die Genehmigungen zum Bau und Betrieb der Anlage im Odenwald abgewiesen. Die beiden Urteile ergingen bereits im November, wie das Gericht jetzt mitteilte. Es bestünden keine erheblichen Umweltauswirkungen oder Gefährdungen von Tieren. Auch die denkmalgeschützte Alstadt von Hirschhorn werde angesichts der Entfernung der Anlagen nicht beeinträchtigt.

Seit 2017 in Betrieb

Der Windpark besteht aus fünf Windkraftanlagen mit einer Höhe von zirka 193 Metern, die in den Gemarkungen Grein (Stadt Neckarsteinach) und Langenthal (Stadt Hirschhorn) stehen. Die Anlagen sind seit 2017 in Betrieb.

Das Gericht begründet die Zulassung damit, dass die vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt vorgenommene Umweltverträglichkeitsvorprüfung plausibel und nachvollziehbar zu dem Ergebnis gekommen sei, dass eine Beeinträchtigung der Natura-2000-Gebiete ausgeschlossen werden könne. Die dort beheimateten Fledermäuse würden durch Abschaltvorrichtungen und aufgehängte Nistkästen geschützt.

Auch der geschützte Wespenbussard sei „keinem signifikant erhöhten Kollisionsrisiko ausgesetzt“, und Mäusebussard und Fichtenkreuzschnabel kämen in Hessen häufig vor und seien deshalb nicht gefährdet. Ebenso ist laut Gericht durch den Einbau einer Trübungsmessung sowie eines Filters sichergestellt, dass die Trinkwasserversorgung nicht durch eventuell auftretende Trübungen tangiert werde.

Ohne Erfolg blieb auch die Klage einer Pivatperson wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch Infraschall und tieffrequenten Schall. Es sei davon auszugehen, dass von Windenergieanlagen ausgehender tieffrequenter Schall in den für den Schutz vor Lärm im hörbaren Bereich notwendigen Abständen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liege und deshalb nicht zu Gesundheitsgefahren führe.

Gegen die Entscheidung kann beim Verwaltungsgericht Kassel Berufung eingelegt werden.

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