Münster

Verstöße gegen DIN-Normen beim Hallenbad in Münster

  • schließen

Ein Gutachter klärt Kommunalpolitiker über die Mängel am Hallenbad auf. Alte Rohre wurden jahrzehntelang einfach nicht zurückgebaut, zudem gibt es Hinweise auf mangelnden Brandschutz.

Nachdem das Hallenbad Münster wegen sicherheitsrelevanter Mängel nicht wie geplant am vergangenen Montag eröffnet werden konnte, haben sich Vertreter der Kommunalpolitik vor Ort von dem elektrotechnischen Gutachter Thorsten Meyer, Sachverständiger der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, über das Ausmaß der Mängel informieren lassen.

Der Gutachter habe laut einer Pressemeldung der Stadt „eine Vielzahl von Installationen“ moniert, „die entgegen geltenden DIN-Vorgaben vorgenommen worden waren“. Viele davon bestünden seit Jahrzehnten, seien in technischen Prüfberichten aber nie beanstandet worden. Alte Leitungen seien nicht zurückgebaut, Änderungen nicht dokumentiert worden. Zudem gebe es Hinweise auf mangelnden Brandschutz, der noch analysiert werde.

Die Gemeinde Münster lässt nun prüfen, ob sie Regressansprüche gegen die ausführenden Firmen geltend machen kann. Mitte September werde auch „eine externe Fachfirma die Technik des Bades auf Herz und Nieren prüfen, um festzustellen, in welchem Umfang sich die notwendigen Instandsetzungsarbeiten im Detail bewegen werden, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können“, heißt es in der Pressemeldung. Unterdessen hat Bürgermeister Gerald Frank (SPD) einen offenen Brief an den hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) geschrieben.

Darin macht er auf die Situation des kommunalen Bades aufmerksam und lädt den Minister nach Münster ein. Das Bad zähle jährlich rund 95 000 Besucher, heißt es, „70 Prozent davon nicht aus Münster, sondern aus der Region“. 17 Schulen, 13 aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg und vier aus dem Kreis Offenbach, nutzten das Bad für den Schulsport, außerdem Kitas und Vereine.

Frank bittet Beuth um finanzielle Hilfe. „Schließlich muss es auch im Interesse des Landes Hessen liegen, Kinder zu sicheren Schwimmern zu machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare