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Verstärkung gesucht

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Dieburg Notfallseelsorge braucht mehr Helfer

Sie sind da, um in Krisensituationen Erste Hilfe für die Seele zu leisten: Zwölf ehrenamtliche Notfallseelsorger stehen im Kreis auf Abruf bereit, um bei Unfällen, Verbrechen oder häuslichen Sterbefällen für Betroffene da zu sein. Winfried Steinhaus, Pfarrer für Notfall- und Polizeiseelsorge aus Lengfeld, hat die Notfallseelsorge Darmstadt-Dieburg 1998 aufgebaut. Seit 2000 sind Ehrenamtliche mit im Einsatz.

Die Einsätze sind vielfältig und verlangen den Freiwilligen einiges ab, berichtet Steinhaus. Wie bringt man eine Mutter dazu, ihr gerade verstorbenes Kind den Polizisten anzuvertrauen? Wie überbrückt man die Zeit, bis ein daheim Verstorbener vom Beerdigungsinstitut abgeholt wird? Wie kann man Angehörigen helfen, wenn ihnen gerade erst die Todesnachricht überbracht wurde?

„Als Notfallseelsorger muss man kreativ und mit Fingerspitzengefühl in die Situation hineingehen“, sagt Steinhaus. „Jeder von uns hatte Einsätze, die sich im Kopf eingebrannt haben; die Teil des eigene Lebens geworden sind.“

Wichtig für das Ehrenamt sei in erster Linie Unvoreingenommenheit: „Wir sind neutral, was die Religion, Kultur oder Weltanschauung eines Menschen betrifft“, so Steinhaus. Auch dürfe man die eigenen Kompetenzen nicht überschätzen. „Notfallseelsorger überbrücken nur eine Situation, sie können keine Therapie leisten“, betont er.

Derzeit sind die Notfallseelsorger mehr als ausgelastet. „Wir haben oft Engpässe“, sagt Steinhaus. Wer sich ebenfalls engagieren möchte, muss eine Grundausbildung absolvieren. Das Mindestalter liegt bei 25 Jahren, außerdem wird die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche erwartet. ( eda)Mehr Informationen stehen im Netz auf www.nfs-darmstadt-dieburg.de.

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