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Versorgung auf Spitzenniveau

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Die Stadt arbeitet mit Trägern von Kitas zusammen, geh es um den Ausbau von Plätzen.
Die Stadt arbeitet mit Trägern von Kitas zusammen, geh es um den Ausbau von Plätzen. © andré hirtz

Die Stadt legt die neuesten Zahlen zur Kinderbetreuung vor. Demnach liegt Darmstadt weit vorne, was die Qualitätsstandards angeht. Dennoch werden in diesem Jahr 66 Millionen Euro investiert.

Insgesamt 1323 Betreuungsplätze für Kinder hat die Stadt seit dem Jahr 2011 neu geschaffen. Darmstadt liegt weit vorne, auch was die Qualitätsstandards angeht, so das Fazit der Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz (Grüne). Die Zahlen für das Jahr 2015 sprechen für sich: Die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren liegt in Darmstadt bei 45,1 Prozent. Das heißt: Für 4386 Kinder stehen 1977 Betreuungsplätze in Tageseinrichtungen und der Kindertagespflege zur Verfügung. „Damit sind wir in Hessen auf dem absoluten Spitzenplatz“, so Barbara Akdeniz bei der Vorstellung des Berichts gestern in Darmstadt. Seit 2011 seien 748 Betreuungsplätze für diese Altersgruppe geschaffen worden.

Vorzeigbar auch die Zahlen, die der fünfte Versorgungsbericht der Stadt für Kinder zwischen drei und sechseinhalb Jahren auflistet: 2015 standen in dieser Altersgruppe 5078 Kindern mehr als 5054 Plätze in Tageseinrichtungen zur Verfügung, ein Zuwachs von 94 Plätzen. Trotzdem sank die Versorgungsquote um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schuld daran ist der Bevölkerungszuwachs. „Es gibt mehr Kinder in dieser Altersgruppe, deshalb ging die Quote runter“, erklärte die Sozialdezernentin. Insgesamt seien in den vergangenen fünf Jahren somit 510 Betreuungsplätze im Ü3-Bereich geschaffen worden.

In einigen Bezirken sehen die Quoten allerdings nicht ganz so rosig aus. Ausbaubedarf gibt es beispielsweise für Kinder unter drei Jahren in Kranichstein, in Eberstadt und im Osten der Stadt. Für ältere Kinder fehlen ebenfalls Plätze in Kranichstein, aber auch in der Stadtmitte und in Eberstadt.

Schwerpunkt auf der Förderung

Die gute Nachricht: Mehrere neue Einrichtungen sind in der Umsetzungsphase, etwa die neue Einrichtung in der Pankratiussttraße, die mit einer Kindertagesstätte mit U3/Ü3-Betreuung, einem Jugendzentrum und einer Betreuungsmöglichkeit für Schüler der Schillerschule ab Herbst 2017 zur Verfügung stehen soll. Oder die Ernährungs- und Bewegungskita mit Platz für knapp 100 Kinder, die auf dem Gelände der Sportgemeinschaft Arheilgen bis Anfang 2017 entstehen soll.

Nicht eingerechnet in die Daten des Versorgungsberichtes sind die Zahlen zu den Zuwanderern. Die Stadt Darmstadt geht von derzeit 180 Flüchtlingskinder im Alter zwischen drei bis sechs Jahren aus. Derzeit überlege man auch, wo und wie man sie unterbringen könnte, so Akdeniz. Sie sollen auf jeden Fall nicht in eine spezielle Kindertagesstätte nur für Flüchtlinge untergebracht, sondern in andere Einrichtungen integriert werden.

Der Schwerpunkt soll aber auf die Förderung gesetzt werden. Sprache sei der Schlüssel zur Welt, so die Dezernentin. Ziel müsse sein, dass Flüchtlingskinder, bevor sie eingeschult werden, im Kindergarten mit der deutschen Sprache in Kontakt kommen.66,4 Millionen Euro will die Stadt in diesem Jahr in die Kinderbetreuung investieren. 2010 waren es 38,5 Millionen Euro. „Wir haben viel gestemmt – und uns auch beim Thema Qualität positioniert“, so lautet das Fazit von Barbara Akdeniz mit Blick auf die vergangene Legislaturperiode.

Nun gehe es darum, nachzuarbeiten und am Thema dranzubleiben. Ziel sei, die Qualität zu halten und die Angebote auszubauen. Die Beiträge sollen jedenfalls stabil bleiben. Kinderbetreuung sei ohnehin ein Zuschussgeschäft für die Stadt. Mehr als 30 Prozent der Eltern zahlten gar keine Beiträge in den städtischen Einrichtungen. „Die Kostendeckung liegt bei unter zehn Prozent“, so Akdeniz. (hin)

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