1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Vereine fürchten um Existenz

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das nächste Kommando kommt bestimmt: Hochkonzentriert schaut ein Deutscher Schäferhund auf die Hand seines Besitzers.
Das nächste Kommando kommt bestimmt: Hochkonzentriert schaut ein Deutscher Schäferhund auf die Hand seines Besitzers. © imago/CHROMORANGE

Neue Auflagen für Hundeausbildung bedrohen die Existenz von Hundevereinen. Die Erziehung der Tiere sei nur noch mit teuren Auflagen möglich, wettern die Träger.

Madeleine Martin, Hessens Tierschutzbeauftragte, machte am Freitagabend beim „Verein für Deutsche Schäferhunde“ (VDS) in Darmstadt ihrem Ärger Luft über die bundesweit oft uneinheitliche Umsetzung von Tierschutzgesetzen und „die Blüten, die das treibt“.

Aktuelles Beispiel: Eine Änderung des Tierschutzgesetzes, die für die Ausbildung von Hunden künftig eine Behördengenehmigung verlangt. Hundevereine liefen dagegen Sturm, denn ihre Kernkompetenz, nämlich die Erziehung und Ausbildung von Hunden, sei dann nur noch mit Erlaubnis und zahlreichen und teils teuren Auflagen und Prüfungen möglich. Manche sähen sich gar in ihrer Existenz bedroht.

Gutachten in Auftrag gegeben

Bislang seien von der Genehmigungspflicht nur die Anbieter betroffen, die das gewerbsmäßig machten oder wirtschaftlich mit Tieren umgingen, erläuterte Martin. Gemeinnützige Vereine seien somit nicht betroffen, denn sie dürften keine Gewinne erwirtschaften. Soweit, so klar – „bis sich Juristen einschalteten“, bedauerte die Tierschutzbeauftragte. Zwei Verfahren hätten sich mit Fragen von Gewerbsmäßigkeit und Vereinszweck befasst und seien zu konträren Urteilen gekommen.

Im Ergebnis betrachteten manche Bundesländer einen Verein ab einer bestimmten Einnahmenhöhe als gewerbsmäßig. Die anderen verträten die Ansicht, dass dem nicht so sei, solange die Einnahmen in den Vereinszweck flössen.

Wie groß die Verunsicherung ist, machten im vollen Vereinsheim mehrere Einwände deutlich. Ein Vertreter berichtete, ihm sei zwar auf telefonische Nachfrage beim Veterinäramt versichert worden, sein Verein sei ausgenommen. Doch dann sei in einem Behördenschreiben geurteilt worden, dass der Verein gewerbsmäßig sei.

Martin machte auch deutlich, dass Vereine aus ihrer Sicht von der Neuregelung nicht betroffen seien. Sie habe ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. (lex)

Auch interessant

Kommentare