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Urteil nach Überfall auf Jugendheim

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Ein Kinder- und Jugendheim ist das Einbruchsziel von mehreren jungen Tätern. Jetzt sind sie vor Gericht verurteil worden.

Vor einem Jahr hatten fünf junge Menschen ein Kinder- und Jugendheim im Darmstädter Johannesviertel überfallen. Das Landgericht Darmstadt hat nun drei von ihnen zu Bewährungsstrafen und zwei zu Haftstrafen verurteilt.

„Die Angeklagten hatten in den Tag hinein gelebt“, beschrieb der Vorsitzende Richter die Situation, in der die Angeklagten ohne Arbeit oder in keiner Ausbildung waren. Und weil einigen von ihnen Geld für Drogen gefehlt habe, sei man auf die Idee gekommen, Straftaten zu begehen.

Am 15. Juli vergangenen Jahres brachen zwei Täter ins Schwimmbad in Seeheim-Jugenheim ein, am 24. Juli dann in eine Wohnung in Mühltal, am 1. August wurde schließlich das Heim in Darmstadt überfallen.

Der 22 Jahre alte Angeklagte aus Darmstadt wurde wegen besonders schweren Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt und kommt wegen seiner Cannabissucht in eine Entziehungsanstalt. Er hatte einige Zeit in dem Kinder- und Jugendheim gewohnt und somit Insiderkenntnisse, sagte der Richter. Da der mit zwölf Jahren aus Marokko nach Deutschland gekommene Angeklagte den Überfall geplant hatte, unter Bewährung stand und einschlägig vorbestraft ist, fiel das Urteil entsprechend hart aus.

Der 23 Jahre alte Angeklagte aus Arheilgen wurde wegen besonders schweren Raubes zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Er war mit Sturmhaube und Pfefferspray ausgerüstet in das Jugendheim gegangen. Unterstützt worden war er von einem 18 Jahre alten Angeklagten aus Flörsheim, der eine echt aussehende Pistole bei sich hatte. Als Jugendlicher kam er mit zwei Jahren auf Bewährung und einer elektronischen Fußfessel davon.

Eine junge Frau aus Mühltal und ein Angeklagter aus Weiterstadt wurden – ebenfalls nach Jugendstrafrecht – wegen Beihilfe zu schwerem Raub zu zehn Monaten beziehungsweise 16 Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Frau muss außerdem 240 Arbeitsstunden leisten; der junge Mann wiederum muss 1000 Euro Geldbuße zahlen. (mawi)

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