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Untersuchung zu Rassismus

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Das kreisweite Netzwerk gegen Rassismus hat extreme Phänome im Blick.

Als Basis für die Arbeit des kreisweiten Netzwerkes gegen Rassismus ist eine wissenschaftliche Erhebung gedacht, in der es um extreme Phänomene im Kreis Groß-Gerau geht. Der Kreisausschuss und der Fachbereich Politische Steuerung/Fachdienst Büro für Integration haben diese Untersuchung gestartet, um Auffälligkeiten zu beschreiben und ihnen letztlich vorzubeugen. Dazu möchte die Verwaltung erfahren, ob jemand Ereignisse beobachtet hat, die auf extreme und rassistische Handlungen, auf Fremdenfeindlichkeit oder auf religiösen Radikalismus schließen lassen.

Dazu arbeitet der Kreis mit der Marburger Uni und dem Beratungsnetzwerk Hessen zusammen. Um Daten für das Lagebild zu erhalten, hat das Integrationsbüro zahlreiche Vereine angeschrieben, die Bürgermeister, alle, die mit Jugendarbeit zu tun haben, Feuerwehr, Polizei und auch Vertreter muslimischer Organisationen. „Wir haben 700 bis 800 Briefe und Mails rausgeschickt“, sagt Sedef Yildiz, Integrationsbeauftragte des Kreises.

Üble Nachrede befürchtet

Zumindest einer der Vereinsvertreter ist mit diesem Vorgehen nicht einverstanden. Bernd Maes von der Stockstädter Schützengesellschaft hat sich in einem langen Brief, den er „IM Verein?“ überschreibt, skeptisch gegenüber den beschriebenen Plänen geäußert. Dass die Fragesteller Informationen über Outfit und Symbole, Musik und Veranstaltungen, Flugblätter, Parolen und öffentliches Auftreten erhalten wollen, ist Maes unverständlich.

Der Kreis nehme billigend in Kauf, dass „eventuell falsch interpretierte Beobachtungen sich letztendlich als herabwürdigend, aber nicht als nachweislich wahr herausstellen und damit den Tatbestand der üblen Nachrede oder sogar den der Verleumdung erfüllen“, moniert Maes. „Wir beobachten und belauschen nicht“, sagt Sedef Yildiz dazu. Es werde niemand kategorisiert, sondern es gehe darum, extremistische Ansätze zu erspüren – damit vorbeugend gearbeitet werden könne. (amt)

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