In der Hügelstraße gilt bereits Tempo 30.
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In der Hügelstraße gilt bereits Tempo 30.

Darmstadt

SPD unterstützt Forderung nach Tempo 30 in Darmstadt

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
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Die SPD Darmstadt signalisiert Zustimmung für den Vorstoß des Magistrats, im Stadtgebiet Tempo 30 einzuführen. Oberbürgermeister Partsch nennt Heinrichstraße als positives Beispiel.

Auch die Darmstädter Sozialdemokaten unterstützen das Vorhaben des Magistrats, im gesamten Darmstädter Stadtgebiet grundsätzlich Tempo 30 einzuführen.

Die Regelung könne ein sinnvoller Beitrag dafür sein, „die Dominanz des Autos aufzubrechen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher, Tim Huß. Zuvor müssten für die SPD aber mehrere Bedingungen erfüllt sein. Zum einen soll der Öffentliche Personennahverkehr, also zum Beispiel Stadtbusse, von der Regelung ausgenommen werden.

Die Tempo-30-Regelung dürfe auf keinen Fall die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs verschlechtern, sagt der verkehrspolitische Sprecher, Tim Huß. Tempo 50 solle möglichst auch dort weiter gelten, wo es an Hauptstraßen noch keine Trennung zwischen ÖPNV und Autoverkehr gebe.

Modellprojekt

Die von Grünen und CDU regierte Stadt Darmstadt hat sich beim Bundesverkehrsministerium für ein Modellprojekt beworben.

Das Projekt sieht vor, dass in der Stadt flächendeckend Tempo 30 gilt.

So sollen Fußgänger und Radfahrer besser geschützt sowie Lärm-und Abgasemissionen gesenkt werden. jon

Zudem regt die SPD an, den teuren Stadtrandtarif abzuschaffen und einen günstigen ÖPNV-Tarif für ganz Darmstadt einzuführen. „Stadtteile wie Arheilgen, Eberstadt oder Wixhausen werden bei der Darmstädter Verkehrsplanung leider oft vergessen“, sagt Huß.

„Diese Stadtteile dürften nicht einfach von der Kernstadt abgekoppelt werden. Darüber hinaus muss laut SPD die Ampelschaltung verbessert werden. „Zurzeit hat man noch viel Stop and Go – das ist nervtötend und umweltschädlich“, sagt Huß.

Durch die verbesserte Schaltung könne die Tempo-30-Regelung erst eine „verkehrsverflüssigende“ Wirkung haben.

Als weitere Voraussetzung nennt die SPD den Ausbau der Radinfrastruktur. „Ordentliche Radwege haben in Darmstadt noch immer Seltenheitswert“, kritisiert Huß.

Der Darmstädter Magistrat, in dem die SPD keinen hauptamtlichen Stadtrat stellt, setzt sich dafür ein, dass in der Stadt bald flächendeckend Tempo 30 gilt. Außerdem hat die Stadt eine Kampagne gestartet, die Autofahrer dazu anhält, einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zu Radfahrern einzuhalten. 

Partsch führt Tempo 30 auf der Heinrichstraße als Vorbild an

Update vom Donnerstag, 4. Juni, 22:00 Uhr: Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) nannte am Donnerstag, 4. Juni, während der Pressekonferenz, bei der die Ergebnisse des zweiten „Verkehrsgipfels“ mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg präsentiert wurde, die Tempo 30-Regelung auf der Heinrichstraße als positives Beispiel. Die Reduzierung der Geschwindigkeit war im vorigen Jahr Zusammenhang mit einem Vergleich der Deutschen Umwelthilfe und dem Land angeordnet worden, um die Schadstoffemissionen zu verringern.

Partsch sagte, früher habe es auf der Heinrichstraße einen permanenten Stop and Go-Verkehr gegeben. Inzwischen laufe der Verkehr mit maximal Tempo 30 viel flüssiger. Dies komme auch den Anwohnern zugute, weil sich der Verkehrslärm reduziert und auch die Schadstoffwerte deutlich verringert hätten, so Partsch.

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