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Unsichtbares sichtbar machen

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Im Rahmen der derzeit im Stadtmuseum gezeigten Sonderausstellung „Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen“ findet der Fotoworkshop „Was bleibt? Spuren jüdischen Lebens sichtbar machen“ statt.

Wer in Rüsselsheim nach Spuren jüdischen Lebens sucht, sucht bisweilen vergeblich. Der Terror der Nationalsozialisten, die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und der Städtebau der vergangenen Jahrzehnte haben das meiste getilgt. Selbst die Alte Synagoge ist als solche auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

„Darin liegt die Herausforderung für die Teilnehmer des Workshops. Sie müssen etwas fotografisch umsetzen, was es eigentlich gar nicht mehr gibt“, sagt Gudrun Senska, Leiterin des Rüsselsheimer Stadtarchivs. Auch sie musste nicht selten genauer hinschauen, als sie am Wochenende in der Rüsselsheimer Innenstadt an verschiedenen Orten früheres jüdisches Leben erläuterte.

Senska begleitet den mehrtägigen Fotoworkshop „Was bleibt? Spuren jüdischen Lebens sichtbar machen“, der im Rahmen der derzeit im Stadtmuseum gezeigten Sonderausstellung „Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen“ stattfindet.

Zehn Männer und Frauen haben sich nun auf die Suche gemacht. Oft waren die im Boden eingelassenen Stolpersteine das einzige, was noch auf das frühere jüdische Leben aufmerksam machte. Besonders am Marktplatz wurde deutlich, dass die Gebäude des Städtebaus der Nachkriegsjahre das alte Rüsselsheim ersetzt haben, was die Akribie und Phantasie der Workshopteilnehmer gleichermaßen herausforderte.

Die im Workshop entstandenen Fotos sollen eine geplante Broschüre illustrieren, die sich mit dem Thema der Entschädigung der jüdischen Opfer und deren Nachkommen nach dem Zweiten Weltkrieg befasst. (eda)

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