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Unser Zoo soll schöner werden

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Zuletzt galt das die Zukunft des Vivarium noch als ungewiss. Doch in letzter Zeit sind die Besucherzahlen stetig gestiegen und damit auch die Einnahmen, Nun will EAD den Zoo mit neuen Gehegen attraktiver machen.

Eine Piazza empfängt die Besucher des Vivariums. Der großzügige Außenbereich ist eine der Neuerungen der vergangenen beiden Jahre in Darmstadts Zoo. Seit der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) die Betriebsführung übernommen hat, wurde kräftig investiert. Zuvor galt die Zukunft des Zoos als ungewiss. Heute steigen die Besucherzahlen: 2011 kamen 175.078 Menschen, um die Tiere zu sehen – fast 30?000 mehr als 2010. Auch die Einnahmen sind um 83.000 Euro auf 470.800 Euro gestiegen.

Einnahmen steigen

Trotz der positiven Entwicklung bleibt das Vivarium ein Zuschussbetrieb. 1,2 Millionen Euro musste die Stadt 2011 aufbringen, um den Verlust auszugleichen. Nicht weniger als in den Vorjahren. Dabei hatte 2009 der damalige Dezernent Klaus Feuchtinger (Grüne) dem EAD den Zoo übergeben, um ihn wirtschaftlicher zu führen. Zuschüsse sollten sinken. „Das ist weiter unser Auftrag“, betont EAD-Chefin Sabine Kleindiek. Doch in zwei Jahren sei das Ziel nicht zu erreichen. Es gehe darum, den Zoo wettbewerbsfähig zu machen. Aus Kleindieks Sicht bedeutet das vor allem eine Attraktivitätssteigerung: Der Eingang wurde umgebaut, alte Gebäude wurden abgerissen, um das Entree offener zu gestalten. Die Riesenschildkröten haben ein neues Gehege, ebenso die Zwergotter. Aus dem Affenhaus wurde das Tropenhaus mit Schmetterlingen, Vögeln, Stumpfkrokodilen und Fischen.

Flexibler durch Entbürokratisierung

Das Tropenhaus haben vor allem der Förderverein Kaupiana sowie ein privater Spender finanziert. Aber auch öffentliche Mittel flossen. Durch die Investitionen sinkt der Zuschussbedarf nicht. Gleiches gilt für die Betriebskosten. Die sollen reduziert werden. „Wir müssen erst die Basis schaffen“, sagt Kleindiek. Dächer wurden gedämmt, ein Blockheizkraftwerk wurde gebaut. Aber warum soll der EAD besser wirtschaften können als das Grünflächenamt zuvor? „Die Wege sind kürzer“, sagt Kleindiek. Früher trafen politische Gremien und mehrere städtische Ämter die Entscheidungen. Kann der EAD heute gleich eigene Mitarbeiter zum Reparieren von Wegen schicken, mussten sich früher erst Ämter abstimmen.

„Das Vivarium ist ein Zoo, kein Vergnügungspark“

Dass es einiges aufzuarbeiten gibt, räumt auch die heute zuständige Dezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) ein. Deshalb unterstützt sie den EAD-Investitionskurs – auch wenn der die Zuschüsse zunächst nicht mindert. Am Sparziel hält sie fest. Ihr Vorgänger Feuchtinger sah 2009 ein Potenzial von bis zu 400.000 Euro. Bei einem Betriebsergebnis von 1,7 Millionen Euro im Jahr wäre das ein ehrgeiziges Ziel. Mit weiteren Angeboten will Kleindiek dem näher kommen. Ein Strand mit Liegen wurde angelegt. Bis Ostern soll ein größerer Zooladen in einem Container eingerichtet werden. Das größte Projekt benötigt aber noch ein Jahr zur Realisierung: Unter dem Motto „Affen auf den Berg“ werden die Totenkopfäffchen ein begehbares Gehege erhalten. Umgesetzt werden soll dies vor allem mit Hilfe der Kaupiana. Für Kleindiek gibt es aber auch Grenzen: „Das Vivarium ist ein Zoo, kein Vergnügungspark.“ (rf.)

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