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Die Uniform sorgt für Respekt

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Bereits  sechs Wochen sind die drei Stadtpolizisten im Dienst.
Bereits sechs Wochen sind die drei Stadtpolizisten im Dienst. © Jens Etzelsberger

Drei Stadtpolizisten zeigen seit Dezember in der Stadt Präsenz. Der vierte Kollege fehlt derzeit noch, die Vorstellungsgespräche laufen aber bereits.

Die Uniform wurde kurz vor Weihnachten geliefert. Dunkelblau. Mit schusssicherer Weste. Vorne ein Aufnäher „Stadtpolizei“ rechts und links der Name: Hr. Rink, Hr. Taysi, Hr. Kathmann. Ihre Vornamen wollen die drei neuen Rüsselsheimer Stadtpolizisten nicht so gerne in der Öffentlichkeit breittreten. „Herr Rink genügt“, sagt Herr Rink.

Der vierte Kollege fehlt noch, die Vorstellungsgespräche laufen. Seit Dezember sind die Stadtpolizisten mit allen Befugnissen für ihr Amt ausgestattet und können von ersten Erfahrungen berichten. Elf gewerbliche Überprüfungen, fünf Kontrollen auf Baustellen, sechs Gaststätten überprüft, zwei Ermittlungen wegen Verwahrlosung von Wohnungen, ein Einsatz nach dem hessischen Freiheitsentziehungsgesetz und einer wegen mutmaßlicher illegaler Beschäftigung, dazu 127 Bürgergespräche – das ist das Arbeitsprotokoll der Stadtpolizisten in den ersten sechs Wochen.

19 Mal gingen sie Hinweisen von Bürgern nach. 35 Mal waren sie in der Innenstadt unterwegs auf Streife, 21 Mal im erweiterten Stadtgebiet, 18 Mal in Bauschheim und 18 Mal in Königstädten. „Die Stadtpolizei deckt den Aufgabenbereich ab zwischen Hilfspolizei und Polizei“, erklärt Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU), der sich für den Einsatz stark gemacht hatte. Die Verkehrskontrolle gehört nach wie vor zu ihrem Aufgabengebiet, 373 Verwarnungen verteilten die Stadtpolizisten seit Dezember, vor allem an Falschparker.

Ihre Ausbildung bekommen die Stadtpolizisten bei der Hessischen Polizeischule in Wiesbaden. Sie ist die gleiche wie die der Wachpolizei – „nur ohne Schusswaffe“, betont der Mitarbeiter, der beim Ordnungsamt für die Stadtpolizei zuständig ist. Er heißt Lanzrath mit Nachnamen, ist ausgebildeter Wachpolizist, seit 15 Jahren bei der Stadt beschäftigt und ebenfalls nicht auf die Veröffentlichung seines Vornamens erpicht.

Am Gürtel tragen die Herren Rink, Taysi, Kathmann Handschellen, eine Sprühflasche mit Pfefferspray und einen Schlagstock. „Die Uniform ist von der der Polizei kaum zu unterscheiden“, erklärt Thomas Heß, der Leiter des Fachbereichs Bürgerservice Sicherheit und Ordnung. „Das haben wir bewusst so gewählt.“

Positive Rückmeldungen

Diese Montur verschafft Respekt, meint Stadtpolizist Rink nach den ersten Wochen seines Einsatzes. Auch das Auto, ein Opel Zafira, ist blau-weiß-silber lackiert, sodass es sich auf den ersten Blick nicht von einem Polizeiwagen unterscheidet. Weitaus weniger Pöbeleien als in Zivilkleidung müssen er und seine Kollegen über sich ergehen lassen, berichtet Rink.

Die drei Männer haben den Vergleich, denn zuvor waren sie als Hilfspolizisten tätig, überwachten in Zivilkleidung den fließenden und ruhenden Verkehr, Rink in Rüsselsheim, Taysi und Kathmann in Mainz. „Bisher ist noch keine Situation eskaliert“, berichtet Rink. „Bevor es für unsere Männer gefährlich wird, rufen sie selbstverständlich die Polizei hinzu“, fügt Thomas Heß an.

Zurzeit arbeitet die Stadtpolizei in zwei Schichten, erläutert Lanzrath. Auf Streife gehen sie immer zu zweit, nie allein, schwerpunktmäßig in den Morgen- und in den Abendstunden. „Das ist natürlich ausbaufähig“, sagt der OB, doch war die Bedingung, dass die vier Stellen aus dem bestehenden Stellenplan des Ordnungsamts heraus besetzt werden und keine zusätzlichen Einstellungen möglich sind.

Es gehe darum, Präsenz zu zeigen, sagt Thomas Heß. Die Bürger nehmen das dankbar auf, keiner bisher, der sich kontrolliert oder von zu viel Ordnungsamtsgegenwart bedrängt gefühlt habe, beteuern die Hilfspolizisten. „Wir haben bisher nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Stadtpolizist Rink. vol

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