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Mosaik im Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe in Darmstadt.
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Mosaik im Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe in Darmstadt.

Welterbe

Unesco-Entscheidung: Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt ist Welterbe

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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
  • Jonas Nonnenmann
    Jonas Nonnenmann
  • Claudia Kabel
    Claudia Kabel

Unesco-Welterbekomitee nimmt die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt in die Welterbe-Liste auf.

  • Unesco-Tagung in China: Fünf Anträge mit deutscher Beteiligung werden beraten.
  • Deutsche Unesco-Chefin begrüßt Welterbetitel für Mathildenhöhe.
  • Auch Schum-Stätten am Rhein für Welterbe-Titel nominiert.

Hessens Kulturministerin Angela Dorn: „Die Mathildenhöhe ist einzigartig“

+++ 17.15 Uhr: Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt ist seit Samstag Unesco-Welterbe. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) zeichnete das Ensemble als Weltkulturerbe aus. Das zuständige Komitee der Unesco traf die Entscheidung auf seiner 44. Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou.

Die Auszeichnung wurde in Darmstadt mit Stolz und Freude aufgenommen. „Die Mathildenhöhe ist einzigartig, nicht nur in Deutschland, sondern international“, sagte Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) am Samstag. Die Stadt Darmstadt sei um einen großen Schatz reicher. Bei Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) war die Erleichterung und Freunde spürbar: „Wir haben zehn Jahre hart daran gearbeitet.“ Es sei ein historischer Tag für die Stadt.

Deutsche Unesco-Chefin begrüßt Welterbetitel für Mathildenhöhe

Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, hat die Auszeichnung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt als Welterbe begrüßt. „Die Mathildenhöhe ist ein weltweit herausragendes Beispiel visionärer Gestaltungskunst“, sagte Böhmer am Samstag nach dem Beschluss des zuständigen Komitees der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) auf seiner 44. Sitzung im chinesischen Fuzhou.

„Künstlerinnen und Architekten haben hier an der Nahtstelle von Jugendstil und Neuem Bauen Pionierarbeit geleistet“, sagte Böhmer. „Ich freue mich, dass die Unesco die ehemalige Künstlerkolonie in den Kreis der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Welt aufgenommen hat.“

Auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), würdigte die Mathildenhöhe, die «für den Aufbruch von Architektur und Design in eine neue Zeit» stehe. „Von ihren Ideen profitieren wir noch heute.“

Mathildenhöhe Darmstadt: Architektonischer Aufbruch in die Moderne

14 Jahre lang, von 1901 bis 1914, sei die Mathildenhöhe eines der wichtigsten Zentren moderner Kunst und Architektur in Europa und der Welt gewesen. Vier internationale Ausstellungen trugen in dieser Zeit dazu bei, Architektur und Design in ein neues Zeitalter zu führen.

Klare Linien, Klinkerfriesen, umlaufende Fensterfronten, Flachdächer, wie sie im Bauhaus zu vorherrschenden Stilelementen wurden, sah man erstmals in Darmstadt. Die Mathildenhöhe stehe mit ihren Wohngebäuden und Ateliers, der wuchtigen Ausstellungshalle, ihren Gärten, Brunnen und dem weithin sichtbaren Hochzeitsturm wie kein anderer Ort für den architektonischen Aufbruch der Jahrhundertwende.

Welterbestätten haben herausragenden universellen Wert

Als Welterbe werden nur Kultur- und Naturstätten von herausragendem universellen Wert ausgezeichnet. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum kommenden Samstag, 31. Juli, online und vor Ort. Es setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention von 1972 zusammen. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste.

Wegen der Pandemie war die Tagung im vergangenen Jahr verschoben worden. Auf der Welterbeliste stehen mehr als 1100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 51 davon gelten als bedroht. Deutschland hat jetzt 48 Welterbestätten. (dpa)

Mathildenhöhe Darmstadt ist Welterbe der Unesco

+++ 15.25 Uhr: Die Unesco hat die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt als neues Welterbe ausgezeichnet. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) traf die Entscheidung am Samstag auf seiner laufenden Sitzung im chinesischen Fuzhou. (dpa)

Update vom Samstag, 24. Juli, 13.30 Uhr: Es ist soweit: am heutigen Samstag, 24. Juli, entscheidet sich voraussichtlich im chinesischen Fuzhou, ob die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt den Welterbestatus der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) erhält.

„Eine solche kulturpolitische Entscheidung wird es für uns Darmstädterinnen und Darmstädter wohl nur ein einziges Mal geben. Wenn alles gut läuft und sich die Unesco für die Auszeichnung der Mathildenhöhe Darmstadt als Welterbe entscheidet, ist das ein historisches und einzigartiges Ereignis für unsere Stadtgeschichte“, teilt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch (Grüne) mit.

Mathildenhöhe in Darmstadt: Stadt überträgt Pressekonferenz

Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, die ersten Statements von Oberbürgermeister Jochen Partsch und der hessischen Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn (beide Grüne) im Rahmen einer Pressekonferenz direkt nach der Entscheidung des Unesco-Welterbekomitees live zu verfolgen.

Der Stream wird von 16 Uhr an über die Interhetseiten www.mathildenhoehe-darmstadt.de und www.darmstadt.de übertragen, außerdem über den städtischen YouTube-Kanal und über die Facebook-Seite der Stadt.

Am Sonntag gibt es nach Angaben der Stadt zudem zwischen 11 und 17 Uhr einen Shuttleservice von der Darmstädter Innenstadt hinauf auf die Mathildenhöhe Der Shuttlebus startet an der Haltestelle am Kongresszentrum Darmstadtium.

Darmstadt hofft auf Welterbe für Mathildenhöhe 

Update vom Freitag, 23. Juli, 17.30 Uhr: Die Unesco entscheidet an diesem Samstag über die Aufnahme der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt in die Liste der Welterbestätten. Die Beratungen erfolgen auf der laufenden 44. Sitzung des zuständigen Komitees der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) in der chinesischen Stadt Fuzhou.

Wegen der Pandemie war die vor einem Jahr geplante Tagung verschoben worden und wird jetzt online und vor Ort nachgeholt. Auf der Welterbeliste stehen 1120 einzigartige Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 51 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet 46 Welterbestätten.

Unesco-Kommitee tagt in China: Wird die Mathildenhöhe Welterbe?

Erstmeldung vom Donnerstag, 15. Juli, 21.42 Uhr: Von heute, Freitag, 16. Juli, an, an bis zum 31. Juli tagt das Unesco-Welterbekomitee im chinesischen Fuzhou. Wegen der Corona-Pandemie war die Sitzung im vergangenen Jahr verschoben worden.

Nun soll sie als Hybridveranstaltung stattfinden, was bedeutet, dass einige Komiteemitglieder online hinzugeschaltet werden, wie der stellvertretende Sprecher der Deutschen Unesco-Kommission, Peter Martin, auf FR-Anfrage erklärt.

Unesco entscheidet über fünf Anträge, an denen Deutschland beteiligt ist

Neben der Mathildenhöhe in Darmstadt sind die Schum-Stätten Speyer, Worms und Mainz für die Welterbeliste vorgeschlagen. Insgesamt soll über fünf Anträge, an denen Deutschland beteiligt ist, entschieden werden.

Gemeinsam mit Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Tschechien ist Deutschland Partner bei der Nominierung bedeutender europäischer Bäder des 19. Jahrhunderts, darunter Bad Ems, Bad Kissingen und Baden-Baden. Auch für den Donaulimes und den Niedergermanischen Limes liegen Anträge mit deutscher Beteiligung vor.

Welterbestätten

Ob Baudenkmäler, Stadtensembles , Industrieanlagen oder Naturlandschaften: Aktuell befinden sich auf der Unesco-Welterbeliste 1 121 Stätten in 167 Ländern, davon 46 in Deutschland und sechs in Hessen.

In Hessen zählen dazu das Kloster Lorsch (1991), die Fossilienfundstätte Grube Messel (1995), Abschnitte des Oberen Rheintals (2002) sowie der Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands (2011), zu denen Teile des Nationalparks Kellerwald-Edersee gehören, sowie der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel (2013).

Die Idee der Welterbeliste ist, Natur- und Kulturerbestätten von außergewöhnlichem universellen Wert für die gesamte Menschheit zu bewahren. Dazu sind die Vertragsstaaten aufgerufen, bedeutende Stätten auf ihrem Territorium zu benennen und in einem Nominierungsverfahren zu präsentieren. Der Titel verpflichtet zum Erhalt der Stätten. (cka/epd)

Dabei stünden die einzelnen Anträge nicht in Konkurrenz zueinander, sagt Martin. So könnten die Mathildenhöhe als auch die Schum-Stätten auf die Liste der Welterbestätten aufgenommen werden. Falls ein Antrag in diesem Jahr nicht zur Ernennung führt, falle er nicht automatisch durch, sondern werde zur Überarbeitung zurückverwiesen. Dies könne der Fall sein, wenn zum Beispiel Bauprojekte kritisch gesehen würden. Die Anträge würden im Vorfeld bereits bewertet werden.

Unesco-Komitee hat

In der Prüfung des Antrags für die Mathildenhöhe gab es von der Berater-Organisation der Unesco Einwände bezüglich des geplanten Besucherzentrums am Osthang. Laut Unesco-Beurteilung sollte dieses aus dem nominierten Areal hinausverlagert werden. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) teilte auf FR-Anfrage mit, man habe die Planungen bereits präzisiert und das Besucherzentrum etwas verkleinert sowie aus der Kernzone heraus gerückt.

Offenbar rechnet man schon für den 24. Juli mit einer Entscheidung. Denn für diesen Tag hat das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereits zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf der Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) und OB Partsch das Ergebnis kommentieren wollen.

Unesco-Welterbe-Antrag: „Darmstadt ist für Besucheranstieg gewappnet“: Im Interview mit der Frankfurter Rundschau, erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), was der Welterbe-Titel für Darmstadt bedeuten würde.

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