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Das Darmstädter Unternehmen Riese und Müller liefert die Räder für das Projekt.
Das Darmstädter Unternehmen Riese und Müller liefert die Räder für das Projekt. © Claus Völker

Mit dem Fahrrad zum Termin? Immer mehr Angestellte der Darmstädter Stadtverwaltung nutzen die Elektrobikes für Dienstfahrten. Seit mehr als einem halben Jahr sind die Räder in Darmstadt unterwegs.

Mit dem Fahrrad zum Termin? Für Norbert Stoll vom Darmstädter Straßenverkehrsamt gehört das inzwischen zum beruflichen Alltag. Der Verkehrsplaner ist ein Nutzer der Elektrofahrräder, die seit Juni Mitarbeitern der städtischen Verwaltung zur Verfügung stehen. An der Technischen Universität (TU) Darmstadt gibt es 86 sogenannte Pedelecs, die von Mitarbeitern kostenfrei genutzt werden können. Auch der Bauverein und das Institut für Betriebsfestigkeit wurden damit ausgestattet.

Seit mehr als einem halben Jahr sind die Räder in Darmstadt unterwegs. Zu rund einem Drittel wurden sie aus Mitteln des Förderprogramms Modellregion Elektromobilität finanziert – ein mit 115 Millionen Euro ausgestattetes Programm des Verkehrsministeriums, das in zwölf Modellregionen umgesetzt wird.

200 Pedelecs sind im Einsatz

Auch Edgar Dingeldein vom Baudezernat der TU nutzt das Pedelec „sehr gerne und intensiv“, weil es ihm jede Art der Parkplatzsuche auf dem Campus erspare und „man sich neben der Büroarbeit bewegen kann“. Die TU-Räder können nach telefonischer Reservierung an vier Standorten abgeholt werden. Alle Pedelec-Fahrer nehmen an einer Studie teil: Die Benutzer protokollieren ihre Erfahrungen in einem Fahrtenbuch. Die Aufzeichnungen fließen in eine wissenschaftliche Studie ein, die das Förderprojekt Bike & Business 2.0 begleitet.

Dieses Projekt richtet sich an Firmen, Institutionen und Behörden in der Rhein-Main-Region und erforscht die Akzeptanz und Praxistauglichkeit von Pedelecs auf Distanzen von über fünf Kilometern zum Arbeitsplatz und auf Dienstfahrten.

Das Darmstädter Spezialunternehmen Riese und Müller lieferte nicht nur die Pedelecs, sondern arbeitet auch konzeptionell mit dem Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main im Forschungsprojekt Bike & Business 2.0 zusammen.

Vor wenigen Tagen wurde auf einem Kongress aller Beteiligten Zwischenbilanz gezogen. Ein Ergebnis: „Rhein-Main ist die innovativste und beste Region“, sagt Tobias Spindler von Riese und Müller. „Hier läuft es wirklich toll.“

Die Zahl der Dienstfahrten mit dem Pedelec stiegen stetig an, bestätigt Norbert Stoll vom Straßenverkehrsamt. „Entscheidend ist dabei auch der hohe Spaßfaktor, mit einem gewünschten, aber geringen Muskelkrafteinsatz schnell voranzukommen.“ Ein gutes Zeitmanagement bei kurz aufeinander folgenden Terminen sei möglich, sagt Stoll, der auch die einfache Handhabung der Räder lobt.

Das elektrounterstützte Fahrrad nehme stetig an Bedeutung zu, sagt Heiko Müller. Dies belegen auch die Zahlen: Im Rahmen des Förderprojekts wurden rund 200 Räder in Darmstadt ausgeliefert und zusätzlich 1700 Stück verkauft. 2008 hatte Riese und Müller noch gar keine E-Bikes im Programm: „Der Markt wächst unglaublich schnell“, so Spindler. Nicht nur die betriebliche Nutzung nehme zu, auch die Familien-Mobilität könne durch ein Elektrorad gesteigert werden. „Mama könnte bei manchen Fahrten auch auf das Elektrorad umsteigen.“ (an)

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