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Umsteiger müssen rennen

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Wer am Kranichsteiner Bahnhof von der Reginalbahn auf die Straßenbahn umsteigen will, muss rennen. Der Anschluss zur Tram ist knapp.

Hartmut Blinten hat es schon häufiger erlebt: Er fährt mit der Regionalbahn zum Kranichsteiner Bahnhof und begibt sich auf den Fußweg zur Straßenbahnhaltestelle, um mit der Linie 5 weiterzufahren. Doch der Anschluss klappt nicht, denn es ist nicht genügend Zeit zum Umsteigen – und das geht nicht nur ihm so.

Ein konkretes Beispiel aus Blintens Fahrgastalltag, das sich kürzlich seiner Erzählung nach so zugetragen hat: Die Regionalbahn 15716 erreichte den Bahnhof um 12.18 Uhr, die Linie 5 fuhr um 12.23 Uhr ab. Unter anderen Umständen wäre eine Umsteigezeit von fünf Minuten kein Problem, doch „für die rund 300 Meter Fußweg etwas knapp“, befindet Blinten.

Vorschlag: Wechsel im Fahrplan

Zusammen mit einem Dutzend anderer Fahrgäste sei er im Eilschritt vom Bahnhof zur Endhaltestelle der Straßenbahn gelaufen. Zur gleichen Zeit seien auch noch rund 15 Schüler von der Schranke an der Jägertorstraße zur Straßenbahn gelaufen. „Diese Traube von zwei Dutzend Menschen befand sich noch zwischen zehn und null Meter von der Bahn entfernt“, schildert Blinten.

Da habe der Fahrer die Gruppe interessiert angeschaut und sei losgefahren. Und für ihn besonders unverständlich: „Meine Funkuhr zeigte in dem Moment 12 Uhr 23 Minuten 3 Sekunden an.“ Der Fahrer hätte noch 56 Sekunden lang Zeit gehabt, pünktlich abzufahren.

Doch er möchte nicht nur klagen, sondern einen Verbesserungsvorschlag machen: Würde man die Abfahrt der Linie 5 um nur eine Minute nach hinten verschieben, wäre das Umsteigen seiner Ansicht nach machbar. „Die Fünf würde dadurch an keinem anderen Knotenpunkt einen Anschluss verpassen.“

Heag-Mobilo-Sprecherin Silke Rautenberg teilt mit, dass die geschilderte Situation bekannt sei und auch schon intern besprochen wurde. Doch gibt die zu Bedenken, dass die Linie 5 zu dieser Tageszeit im 7,5-Minuten-Takt fahre, die nächste Abfahrt erfolge also dann um 12.31 Uhr. „Das heißt, die Aufenthaltsdauer beträgt nur wenige Minuten“, unterstreicht sie.

Was Hartmut Blintens Vorschlag angeht, so teilt sie mit, dass eine Lösung nicht einfach sei: Da die Linie 5 streckenweise zu anderen Linien mutiere und somit nicht „linienrein“ fahre, habe eine Minuten-Verschiebung auch Auswirkungen auf die Linie 2 beziehungsweise 4 und 9 sowie die Belegung der Haltepunkte am Hauptbahnhof.

„Eine Fahrplananpassung erfordert hier ist also eine Gesamtbetrachtung und ist nicht auf die Schnelle umsetzbar“, schließt Rautenberg. „Wir werden den Hinweis jedoch aufnehmen und prüfen, ob eine Verbesserung zum Fahrplanwechsel im Dezember möglich ist.“ (aw)

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