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Über 100 Projekte in zehn Jahren

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TU-Kanzler Manfred Efinger bei der Buchpräsentation.
TU-Kanzler Manfred Efinger bei der Buchpräsentation. © Guido Schiek

Seit 2005 verwaltet die TU Darmstadt ihr Baubudget autonom. Nun veröffentlicht sie einen Bildband über die Neu- und Umbauten.

Die TU Darmstadt kann stolz darauf sein, was sie seit 2005 fabriziert hat“, sagt Manfred Efinger. Damit formuliert der TU-Kanzler salopp, was sich in Zahlen sehr beachtlich liest: In den vergangenen zehn Jahren hat die Universität mehr als 100 Neu- und Umbauprojekte verwirklicht, die jeweils mindestens 100 000 Euro Bausumme umfassen. Insgesamt wurden seit Beginn der Bauautonomie 400 Millionen Euro investiert, was auch den Hessischen Wissenschaftsminister beeindruckt. Boris Rhein (CDU) spricht von einem „Erfolgsmodell“ mit bundesweiter Bedeutung.

„Das Vertrauen, das wir vom Land bekommen haben, konnten wir zurückgegeben“, sagte Efinger am Dienstag bei der Vorstellung eines 144 Seiten starken Bildbandes. Die Bauvorhaben sind von Thomas Ott fotografisch eindrucksvoll dokumentiert und von Mona Sauer knapp und mit der nötigen Fachkenntnis vorgestellt. Obwohl der Kanzler mit allen Bauvorhaben konfrontiert gewesen sei, habe auch er feststellen müssen, bei der Fülle von beeindruckenden Bauten das eine oder andere fast vergessen zu haben, so Efinger.

Bis zu 62 Mitarbeiter

Als Beispiel beeindruckender Projekte wird der Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek auf dem Campus Stadtmitte genannt, das Eingangsgebäude „Karo 5“ oder das Hörsaal- und Medienzentrum auf der Lichtwiese. Sie alle sind durch ihre Architektur und städtebauliche Einbindung herausragend. Den Neubauten stehen nicht minder beeindruckende, denkmalgeschützte Projekte wie das Historische Maschinenhaus oder das Hochschulbad entgegen, die aufwendig saniert wurden. Nicht zu vergessen das Residenzschloss, das derzeit von den Fundamenten bis zur Glockenturmspitze instandgesetzt wird.

Die Autonomie im Baubereich hatte an der TU auch zur Folge, dass die Bauabteilung zehn Kollegen aus dem hessischen Baumanagement übernommen und ihr Team in Spitzenzeiten auf 62 Mitarbeiter aufgestockt hat. Einen Teil der Bauprojekte haben Architekten der eigenen Bauabteilung entwickelt, andere Architekten bekamen nach Wettbewerben den Zuschlag.

Die Mischung von internen und externen Planern sei eine Chance gewesen, sagt der Leiter der Bauabteilung, Edgar Dingeldein. Die Projektleiter hätten mit Fachkompetenz und Herzblut Überduchschnittliches geleistet. Er lobt auch die flachen Hierarchien als Folge der Autonomie. „Kanzler und Präsidium haben flexibel Entscheidungen getroffen und immer die Grundlage geschaffen, schnell handeln zu können.“

So wurde auch ein immenser Sanierungsstau reduziert und der Bestand seit 2007 um rund 50 000 Quadratmeter auf mehr als 295 000 Quadratmeter in rund 160 Gebäuden erweitert. Dies sei dringend notwendig gewesen, so der Kanzler. Schließlich sei die Zahl der Studenten in den vergangenen zehn Jahren um 73 Prozent gestiegen.

In der Innenstadt schließt die TU mit einem Neubau am Kantplatz und auf dem Gelände des ehemaligen 603 qm in der Alexanderstraße ihre Bauprojekte ab. Was dann noch folgt, sei die Umwidmung der Flächen und die Optimierung bestehender Gebäude (Dingeldein) sowie die Arrondierung der Lichtwiese. „Dort spielt in den kommenden Jahren die bauliche Musik“, sagt Manfred Efinger. Und wie geht es weiter mit der Autonomie der Universität? Nach zehn Jahren hoffe man, diesen Status unbefristet zu behalten, so der Kanzler. „Die TU hätte es verdient.“

Publikation: “Zehn Jahre Bauautonomie – Technische Universität Darmstadt“, herausgegeben von der TU, Justus von Liebig Verlag Darmstadt 2015, 144 Seiten, 29,90 Euro.

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