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Üben für die Biologie-Olympiade

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In einem viertägigen Seminar werden die   Oberstufenschüler auf die dritte Runde des Landeswettbewerbs vorbereitet.
In einem viertägigen Seminar werden die Oberstufenschüler auf die dritte Runde des Landeswettbewerbs vorbereitet. © Guido Schiek

An der Technischen Universität sind Abiturienten aus ganz Hessen zu Gast, die beim Landesseminar der Internationalen Biologie-Olympiade am Institut für Mikrobiologie und Genetik der TU Darmstadt mitmachen.

Weiße Arbeitskittel, Bunsenbrenner, Pipetten, Reaktionsgefäße, Fläschchen mit Ethanol und all den anderen Flüssigkeiten, die in einem Biologie-Labor nicht fehlen dürfen: Es ist angerichtet für die zehn Oberstufenschüler aus Hessen, die beim Landesseminar der Internationalen Biologie-Olympiade am Institut für Mikrobiologie und Genetik der Technischen Universität Darmstadt (TUD) mitmachen. Die Jugendlichen, die allesamt in diesem Jahr Abitur machen, lernen dort Grundlagen der Laborarbeit und erhalten Einblicke in die aktuelle Forschung.

Naomi Gedeon aus Marburg freut sich, dass sie in diesem Kreis „anspruchsvolle Inhalte“ vermittelt bekomme. „In der Schule ist das notgedrungen einfacher strukturiert.“ Sie und die anderen Teilnehmer könnten in diesen vier Tagen mehr lernen als im herkömmlichen Unterricht in einem Monat. Das Programm habe nicht nur hohes Niveau, es erfordere auch harte Arbeit. Vor ein, zwei Jahren habe sie ihr Interesse auch für Biologie entdeckt, sagt die Siebzehnjährige.

Für fünf der zehn Jugendlichen sind die Versuche mit Mikroorganismen, die sie in mehreren Arbeitsschritten etwa aus Lebensmitteln oder Waldboden isolieren, und die Rechenaufgaben rund um Molmasse und Volumen insofern von besonderer Bedeutung, als ihnen dies als Vorbereitung für die dritte von vier nationalen Ausscheidungsrunden dient. Wie Richard Knapp, Landeswettbewerbsbeauftragter für die Biologie-Olympiade, erläutert, absolvieren die Jungbiologen die ersten beiden Runden an ihren Schulen, die dritte (für die sie sich nun vorbereiten) und die vierte finden in Kiel statt.

Acht Mädchen, zwei Jungen

Jede der 50 teilnehmenden Nationen entsendet schließlich eine vierköpfige Mannschaft zur Biologie-Olympiade dieses Jahr im dänischen Aarhus.

„Das ist für alle eine zusätzliche Belastung, denn sie machen ja bald Abitur“, sagt Knapp, Lehrer am Gymnasium Michelstadt (Odenwaldkreis). Die Fachkenntnisse und die Begeisterung der Teilnehmer seien natürlich abhängig vom Engagement der Fachlehrer, meint der Studienrat.

Angesprochen auf die ungleiche Verteilung der Geschlechter (acht Mädchen, zwei Jungen) sagt Knapp: „Der Anteil der Mädchen liegt immer über 50 Prozent, ist hier aber sehr extrem.“ Dass es den Jugendlichen wegen der auf acht Jahre verkürzten Gymnasialzeit an Fachwissen mangele, sei nicht der Fall.

In Arnulf Kletzin haben die jungen Naturwissenschaftler einen guten Lehrmeister. Der wissenschaftliche Mitarbeiter und Dozent am Institut für Mikrobiologie und Genetik befasst sich mit extremen Mikroorganismen, besonders angetan haben es ihm heiße vulkanische Quellen und die Biochemie des Schwefels. „Hier haben wir es nur mit hochmotivierten Schülern zu tun, mit denen zu arbeiten angenehm ist und die das Niveau fortgeschrittener Studenten haben.“ Man könne durchaus sagen, es seien Genies.

Nebenan im Labor werden derweil Bakterienkulturen angesetzt. In Kleingruppen dokumentieren die Jugendlichen deren Wachstumskurven, später erforschen sie die den Bakterien entzogenen Proteine. Arbeitsweise und Atmosphäre zeugen von großer Disziplin. Gleichwohl ist den Mädchen und Jungen anzumerken, dass sie mit Eifer und Spaß bei der Sache sind. (how)

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