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Tupperware zieht um

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Unweit der B 45 entsteht das neue Lager des Produzenten von Haushaltsprodukten.
Unweit der B 45 entsteht das neue Lager des Produzenten von Haushaltsprodukten. © Carsten Helfmann

Zentrallager wird von Messel ins benachbarte Gewerbegebiet Park 45 nach Eppertshausen verlegt. CDU hofft auf mehr Gewerbesteuer-Einnahmen.

Das Unternehmen Tupperware GmbH wird sein deutsches Zentrallager von Messel ins benachbarte Eppertshausen verlegen. Die Gemeindevertreter beschlossen auf einer eilig einberufenen Sondersitzung im Eppertshäuser Rathaus den Verkauf eines entsprechenden Grundstücks im Gewerbegebiet Park?45. Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern sollen noch in diesem Jahr Lager- und Büroflächen entstehen, auf denen Tupperware langfristig bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigen will.

Durch Parzellentausch und Ankäufe seitens der Gemeinde war das insgesamt knapp 30?000 Quadratmeter große Areal zwischen Büssing- und Einsteinstraße erst in der vergangenen Sitzung des Gemeindeparlaments in ein zusammenhängendes Grundstück umgewandelt worden.

Attraktives Gelände

Die Gesamtfläche allerdings soll nicht von Tupperware, sondern von einem Projektentwickler erworben und dann weitervermietet werden. Der Produzent von Haushaltsprodukten aus Kunststoff war an Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) herangetreten, um eine Option auf die Belegung des Grundstücks zu erhalten. Dadurch erhofft sich Tupperware Planungssicherheit für die weiteren Verhandlungen mit dem Projektentwickler.

Derzeit führe das Unternehmen „abschließende Gespräche“ mit drei Projektentwicklern. Jeder von ihnen habe einen Mieter für den angrenzenden westlichen Teil des Gesamtareals in der Hinterhand, wo zusätzlich „40 bis 60 Arbeitsplätze“ entstehen könnten, vermutet Helfmann.

Der Verkauf des gesamten Grundstücks spüle gut 2,4 Millionen Euro in die Gemeindekasse, argumentierte Thorsten Schrod (CDU) während der Parlamentsdebatte. Den Umzug von Tupperware wertete er als „Zeichen, wie attraktiv unser Gewerbegebiet ist“. Durch die Ansiedlung dieses „renommierten Unternehmens“ werde das Gelände weiter an Anziehungskraft gewinnen.

Durch den Beschluss erhofft sich die CDU zusätzliche Einnahmen bei der Gewerbesteuer. SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Larem begrüßte die Nutzung durch Tupperware, mahnte aber: „Wir wissen zum heutigen Zeitpunkt nicht, wie und von wem der Rest des Geländes genutzt werden soll.“ Bei der Abstimmung enthielten sich die SPD-Vertreter, CDU und FDP votierten geschlossen für den Verkauf.

Vor 35 Jahren bezog das Unternehmen unweit des Messeler Bahnhofs sein 2000 Quadratmeter großes Lager. Im Lauf der Jahre expandierte Tupperware. Das Areal umfasst gegenwärtig 16?000 Quadratmeter. „Wir wollen effektiver in den Prozessen werden“, nennt Logistikleiter Udo Leicht den Grund für den geplanten Wegzug. Deshalb habe man sich für einen Neubau auf unbebautem Gelände entschieden. „Jeder Weggang tut weh“, sagte Messels Bürgermeister Andreas Larem (SPD), der betonte, nun entspannt mit dem Eigentümer des Geländes auf Nachmietersuche zu gehen.

Tupperware erhofft sich auch einen Werbeeffekt. In Sichtweite zur Bundesstraße 45, die „von der Anzahl der Fahrzeugbewegungen einer Autobahn nahekommt“, rücke das Zentrallager ins Bewusstsein der Menschen. ( eda)

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