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Tüfteln fürs Klima

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Tim Stelz,  Benedikt Lautenschlaeger und Christian Vietheer (von links) am Schaltschrank.
Tim Stelz, Benedikt Lautenschlaeger und Christian Vietheer (von links) am Schaltschrank. © Andreas Arnold

Schüler der Heinrich-Emanuel-Merck-Berufsschule in Darmstadt bewerben sich mit ihrer Website für den Umwelt-Preis der HSE. Von Katharina Kühn

Von Katharina Kühn

Die Hälfte der Herbstferien hat Tim Stelz in der Schule verbracht - freiwillig! "Ich habe am Messschrank der Photovoltaik-Anlage gearbeitet" erklärt der 19-jährige Schüler der Heinrich-Emanuel-Merck Berufsschule Darmstadt, als wäre es selbstverständlich, in der Freizeit Trendverstärker anzuschrauben, Kabel zu verlegen und sich den Kopf über Messdaten zu zerbrechen.

Tim Stelz war damit Teil eines bisher dreijährigen Projekts der Kurse Elektrotechnik und Datenverarbeitungstechnik: Ein Internetportal, das die Photovoltaik-Anlage der Schule und die erneuerbaren Energien vorstellt.

Mit dem Projekt bewerben sich die Kurse nun für den Natur-pur-Award, der am 5. Februar in Darmstadt verliehen wird.

Jeder Schüler hat dabei eine Aufgabe, die über Jahrgangsstufen hinweg weitergegeben wurde. Tim Stelz war dafür zuständig, die Daten der Photovoltaik-Anlage erfassen, digitalisieren und verarbeiten zu lassen. Dafür entwickelte er die komplizierte Messdatenverarbeitung, auf den ersten Blick ein Gewirr aus bunten Linien, Quadraten und Dreiecken. Doch so können Besucher der Website zum Beispiel sehen, wie die Temperatur ist, wie stark die Sonne scheint und wie viel Strom die Photovoltaik-Anlage liefert.

Begeisterung für die Branche

Andere Schüler erklären auf der Internetseite das Wichtigste rund um erneuerbare Energien: Von Biogas und Solarthermie über Passivhaus, Biokraftstoffe und Holzpellets bis zum Elektroauto. Die Schülertexte werden durch Fotos und Videos ergänzt. Mit Beispielen aus der Region wollen die Jungautoren nicht nur die Theorie erklären, sondern auch zeigen: Die Zukunft der Energieerzeugung ist schon da - und das vor der Haustür!

Dass ein großer Teil der Arbeit von den Schülern in der Freizeit gemacht wurde, hat die Begeisterung nicht gedämpft: "Ich kann mir gut vorstellen, nach dem Abitur Elektrotechnik zu studieren und später im Bereich erneuerbare Energien zu arbeiten", sagt Max Rosginol, der in den Sommerferien einen Windpark besucht und später einen Text über Windenergie geschrieben hat.

Im nächsten Schuljahr wird ein neuer Kurs das Projekt fortsetzen, so wie der jetzige Jahrgang es vor einem Jahr von den älteren Schülern übernommen hat. Kursleiter Rudolf Bersch ist zuversichtlich, dass das Projekt noch lange läuft: "Schließlich geht die Entwicklung immer weiter. Bis meine jetzigen Schüler im Arbeitsleben sind, ist die Energieversorgung vielleicht schon völlig anders."

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