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Aus Trotz gibt´s eine Ruinenparty

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Ein halbes Jahr, nachdem bei Straßenbauarbeiten das Haus von Maria und Peter Edelmann in Pfungstadt schwer beschädigt wurde, ist die Schuldfrage noch immer nicht geklärt.

Ein halbes Jahr, nachdem bei Straßenbauarbeiten das Haus von Maria und Peter Edelmann in Pfungstadt schwer beschädigt wurde, ist die Schuldfrage noch immer nicht geklärt. Keiner der Beteiligten will die Verantwortung für den Einsturz der Fassade des Anwesens Sandstraße 5 übernehmen. Das Loch in der Hauswand ist notdürftig mit Planen abgedeckt. "Die Situation ist belastend, geht an unsere Nerven und ist kaum noch zu ertragen", klagt Peter Edelmann, "wir leben seit dem 30. November hier stark eingeschränkt."

Nun liegt ein Gutachten der Saarland-Versicherung zum Einsturz vor, bei der die mit den Straßenbauarbeiten vor dem Haus beauftragte Firma Groß GmbH & Co. KG versichert ist. Edelmann erläutert, dass in diesem Gutachten eindeutig festgestellt werde, dass sein zwei Jahre zuvor saniertes Haus nicht morsch und von der Bausubstanz her auch nicht einsturzgefährdet war.

Demnach müssen die Bauarbeiten die Fassade zum Einsturz gebracht haben. Allerdings sei nicht klar, welche der beteiligten Firmen Verursacherin war. Die Firma Groß lehnt laut Edelmann einen Schadenersatz ab. Von ihr war auf mehrfache Nachfrage keine Stellungnahme zu bekommen. Der Anwalt der Edelmanns, Klaus Zilinsky, will nun mit Bürgermeister Horst Baier (SPD) sprechen. Sollte eine gütliche Klärung scheitern, werde er vor Gericht eine Feststellungsklage einlegen. "Ein derartiges Verfahren kann sechs Monate dauern", schätzt Edelmann, "in denen auch in der Straße nicht weiter gebaut werden kann".

Denn der Rest des Hauses wird seit dem Unglück mit Holzstützen vor einem weiteren Zusammenbruch geschützt. Die Balken sitzen auf der Straße auf und können nicht entfernt werden.

Edelmann fordert von der Stadt, die betroffenen Firmen in die Pflicht zu nehmen und eventuell selbst in Vorlage zu treten, damit in absehbarer Zeit zumindest die Straßenarbeiten abgeschlossen werden können. Das lehnt Bürgermeister Baier aber ab. Seiner Meinung nach sind der Energieversorger HSE und das von diesem mit Kabelverlegungen beauftragte Subunternehmen verantwortlich für den Schaden. Die Saarland-Versicherung lehne es jedoch ab, den Fall mit der Versicherung der HSE zu klären. Baier sieht die Feststellungsklage daher als unumgänglich an.

Die Edelmanns laden alle Beteiligten sowie Nachbarn und Freunde für Sonntag, 30. Mai, zu einer Ruinenparty ein - als "Ausdruck unseres Trotzes gegen die Arroganz der Firmen und ihrer Versicherungen". (eda)

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