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Traurige Leere statt buntem Treiben

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In der Markthalle geben immer mehr Geschäfte auf. Boten zur Eröffnung vor 13 Jahren noch 30 Händler Lebens- und Genussmittel sowie Essen an, sind es jetzt gerade noch ein Dutzend Stände und Restaurants.

Der Blick in die Darmstädter Markthalle geht an vielen Stellen ins Leere. Das Gebäude im Stadtzentrum gibt es seit April 1997. Seit fast 13 Jahren hält sich das italienische Restaurant Michelangelo, doch ansonsten überwiegt in der bei der Eröffnung als "Konsummagnet im Herzen der Stadt" bezeichneten Halle der Leerstand. Zum Jahresende hat der Döner-Imbiss in der Hallenmitte geschlossen.

"Die Markthalle ist platt", sagt Sukio Tasdelen mit bitterem Unterton. Mit seinem Imbiss war er von Anfang an dabei. Boten zur Eröffnung noch 30 Händler Lebens- und Genussmittel sowie Essen an, sind es jetzt gerade ein Dutzend Stände und Restaurants.

Als einen Grund für Geschäftsaufgaben wurde immer wieder die Pacht genannt. Über deren Höhe will zwar niemand sprechen, doch vor zwei Jahren wurde ein Quadratmeterpreis von 75 Euro plus Strom und Gas genannt. Je mehr Stände und Restaurants schlossen, desto weniger Laufkundschaft gab es, was wiederum den verbliebenen Einzelhändlern zu schaffen macht.

"Wir haben den Eigentümer schon oft auf unsere Probleme aufmerksam gemacht", sagt Tasdelen. Eine Reaktion gab es nicht. Auch andere Ladenbetreiber beklagen fehlendes Interesse des Eigentümers Mars Propco. "Es ist 13 Jahre lang nichts an der Halle passiert", erzählt Tasedelen. Entsprechend sieht das Gebäude aus: Der Beton ist rissig, die Bodenbeläge abgenutzt.

Heike Jacobson ist Filialleiterin bei "Gut zum Leben", an dessen Stand seit zehn Jahren unter anderem Obst und Gemüse verkauft wird. Auch sie hat die rückläufigen Kundenzahlen bemerkt. Ihre Konsequenz: "In drei bis vier Monaten gehen wir raus."

Ein Konzept für die Markthalle ist nicht erkennbar. Auf ein solches hatte Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) vergangenes Jahr gedrängt. Ein französischer Bauernmarkt mit Direktvermarktern und Gastronomie schwebte ihm vor. Doch bei Gesprächen ist er auf wenig Gegenliebe gestoßen. Nach seiner Einschätzung geht Fortress "wohl eher in Richtung Gastronomie". Im August hätten die Fondsmanager noch von aussichtsreichen Verhandlungen gesprochen, im November war von einem kurzfristigen Abschluss eines Konzepts die Rede. Seither gab es keine Nachricht mehr. (rf)

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