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Training auf edlem Kunstrasen

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Auch viele Freizeitgruppen nutzen das neue Feld.
Auch viele Freizeitgruppen nutzen das neue Feld. © Claus Völker

Das neue Spielfeld im Hochschulstadion lockt viele Sportler. Der neue Platz gilt als "Mercedes" unter den Kunstrasenplätzen, erzählt die stellvertretende Stadionleiterin. Kritik gibt es an den Eintrittsgeldern.

Vor drei Monaten haben die Sportler nach längerer Sanierungsphase ihr Training auf dem Hauptfeld und der Tartanbahn im Darmstädter Hochschulstadion wieder aufnehmen können. „Und jetzt sind die Nutzer flächendeckend begeistert“, sagt Regine Hunsinger, stellvertretende Stadionleiterin. Dabei waren die Sportler zunächst nicht gerade begeistert, als klar wurde, dass der Rasenplatz einem neuen Kunstrasenplatz weichen sollte. Um jedoch einen ganzjährigen Trainings- und Spielbetrieb auf der Anlage der Technischen Universität zu garantieren, hatte sich die TU-Leitung für die knapp zwei Millionen Euro teure Sanierung entschieden.

Der neue Platz gelte nun als „Mercedes“ unter den Kunstrasenplätzen, erzählt Hunsinger. Den ersten heißen Sommer habe er gut überstanden. Kunstrasen, erklärt sie, heizt sich stark auf. Daher habe man an den heißen Tagen ziemlich viel wässern müssen, um den Platz zu kühlen und zu vermeiden, dass Sportler sich beim Sturz verletzen.

Nur vier Laufbahnen

Jeden Abend ist der Platz belegt, an Wochenenden auch tagsüber. Etliche Fußballmannschaften haben ihre festen Zeiten, hinzu kommen die Frisbee-Spieler, Freizeitsportler und Leichtathleten – und auch Schulklassen, etwa von der Georg-Büchner-Schule.

Dank des neuen Spielfeldbelags kann das Stadion ganzjährig genutzt werden. Die neue Flutlichtanlage ermöglicht auch ein Training zu später Stunde. Für die Ausbildung der TU-Studenten sei die Anlage optimal, sagt Annette Kunzendorf, Leiterin des Unisportzentrums, und bescheinigt eine gute Resonanz: „Ich habe nur Positives gehört.“ Lediglich zum Speer- und Diskuswerfen nutzten die Sportstudenten noch die Wiese im Hochschulstadion. „Das waren Kompromisse, die wir eingehen mussten.“

Das Institut für Sportwissenschaften kann nun ein bundesweit bislang einmaliges Projekt realisieren: Auf der Laufbahn und an der Weitsprunganlage wurden Kraftmessplatten eingebaut. Sie registrieren, welche Kräfte ein Sportler einsetzt und wie er beschleunigt. Die Daten ermöglichen Vergleiche zwischen Labor und Feldforschung und geben den Sportstudenten zudem nützliche Rückmeldungen.

Die alte, schadstoffbelastete Aschebahn war bei der Sanierung komplett abgetragen und neu gegossen worden. Die Läufer – allen voran die Sportler des ASC Darmstadt – loben die Qualität von Tartanbahn und Kunstrasen gleichermaßen. „Man kann auf dem Kunstrasen sogar barfuß laufen“, freut sich Michael Heist, Langstreckenläufer und langjähriges Mitglied des ASC.

Die Anlage sei grundsätzlich toll – bis auf zwei Ausnahmen. Es sei ein Unding, dass es nur vier statt ursprünglich sechs Laufbahnen gebe. „Damit ist das Hochschulstadion nicht wettkampf- und meisterschaftstauglich“, bedauert Heist. Mehr noch ärgert die Mitglieder des ASC jedoch, dass sie zwischen Mai und September, wenn der Badebetrieb läuft, Eintritt zahlen müssen, wenn sie im Stadion trainieren wollen. Der ASC gehe schließlich auf eine akademische Sportgruppe zurück, die von Anfang an eng mit dem Hochschulsport verflochten war. (an)

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