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Tradition mit modernem Anstrich

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Das Modehaus Henschel wurde für zehn Millionen Euro umgebaut.

Die beiden Geschäftsführer von „Henschel“, Moritz Koch und Kai Brune, haben zehn Millionen Euro investiert, um das Modehaus mit der Jugendstilfassade zu veredeln. Dies sei, so Brune, ein überdeutliches Bekenntnis zum Unternehmen und zum Standort Darmstadt. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 8,5 Millionen Euro wurden überschritten, weil es Probleme mit der Statik auf dem Rheingraben-Untergrund gab. 90 Prozent der zehn Millionen seien der Region zugutegekommen, erklärt Brune. Denn bei der Auftragsvergabe wurde den lokalen Unternehmen der Vorzug gegeben.

Warum hat der Umbau so lange – seit März 2012 – gedauert, wird sich mancher Kunde fragen. Der größte Teil der Neuerungen ist nämlich für Außenstehende nicht sichtbar. Dazu zählen das Nottreppenhaus mit Ausgang zum Weißen Turm und die Versorgungsleitungen hinter den Deckenverkleidungen. Die sorgen für Energieeffizienz und sollen Sicherheit und Brandschutz gewährleisten.

Durch die Umbaumaßnahmen und den Wegfall zu schmaler Nottreppenhäuser wurden etwa 500 Quadratmeter dazugewonnen. Die Gesamtfläche im Haus beträgt 14?000 Quadratmeter, die Verkaufsfläche 9000 Quadratmeter. Unterstützt von den Stuttgarter Architekten Blocher und Blocher, haben die Geschäftsführer ihre Vorlieben realisiert. Sie wollten sich von den Filialisten keinen Einheitsstil aufzwingen lassen.

Eigene Vorlieben realisiert

Anregungen aus anderen Städten flossen in ihr Konzept ein, das sich etwa so beschreiben lässt: großzügig, hell, von zeitloser Eleganz. Sie haben die Innenarchitektur „vom Kunden her gedacht“. Damit dieser sich wohlfühlt, sind die Stockwerke nicht mit Ware vollgestopft, sondern werden im großzügigen Rahmen präsentiert. Ladenbauer haben die Möbel speziell für „Henschel“ entwickelt.

Bei der Innenausstattung seien nur „ehrliche Materialien“ verwendet worden, betont Moritz Koch. Kein „Plastikkrempel“, sondern Holz, Glas, Stein, Beton und Stahl. Viele mit Liebe und Sorgfalt ausgesuchte Details fallen erst auf den zweiten Blick auf: Weiß bemalte Türen dienen als Präsentationsfläche für liegende Ware, angemalte Obstkisten als Regalelemente für Taschen.

Das Modehaus wurde viele Jahre von Horst-Volker Henschel, Carla und Hans-Rolf Ropertz geführt. Letztere schieden vor zehn Jahren als Gesellschafter aus. Im Einvernehmen mit ihnen wurde der Name des Modehauses im Zuge des Umbaus auf „Henschel“ abgekürzt. Diese Änderungen und das neue Signet – ein H – boten sich an, weil die Schriftzüge erneuert werden mussten. Umgangssprachlich heißt es ja schon immer: „Wir gehen zum Henschel.“ (pyp.)

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